Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Investitionen in Fassade Falsche Zitate zieren Kino auf Delmenhorster Jute

Von Frederik Grabbe | 27.06.2017, 09:32 Uhr

50.000 Euro hat sich das Unternehmen Saller-Bau den neuen Anstrich der Fassade des Kinos auf dem Jute-Gelände kosten lassen. Dieses zeigt allerdings – bewusst – falsche Filmzitate. Auch im Kino und an weiteren Stellen auf der Jute soll investiert werden.

Das Maxx-Kino auf dem Areal des Jute-Centers fällt allein durch seine Größe auf. Neuerdings ziert ein neuer Anstrich die Fassade entlang der Weberstraße. Mehrere Meter hoch ragen dort Figuren aus sechs Filmklassikern empor – und neben ihnen sind reihenweise falsche Film-Zitate zu lesen. Doch diese sind durchaus bewusst gewählt. Der Anstrich soll das Gebäude verschönern und so mehr Kunden auf die Jute locken.

Besonderer Blickfang

„Eure Filmzitate sind falsch.“ So laute in der Regel das Feedback der Delmenhorster gegenüber dem Kinopersonal, sagt Theaterleiter Michael Krafzyk. „Die Zitate eins zu eins zu übernehmen, war rechtlich nicht erlaubt“, sagt er. Also musste man bei der Umsetzung tricksen. Und in der Tat kommt einem das „Ich komme bald wieder“ neben dem Terminator wenig spanisch vor, und „Möge die Macht mit uns sein“ neben Meister Yoda aus der Film-Saga Star Wars liest sich auch ein wenig windschief. Laut Krafzyk können die Mitarbeiter es aber gut verkraften, wenn sie Kunden darauf ansprechen. Immerhin stellt die neu gestaltete Fassade einen besonderen Blickfang dar.

50.000-Euro-Investition an Kino

Laut Kinochef Joachim Schumacher geht die auffallende Aufwertung der Außenhaut auf den Eigentümer, die Saller-Bau GmbH in Weimar, zurück. „Ich habe nur noch prüfen lassen, ob die Darstellungen rechtlich so in Ordnung waren. Und das waren sie.“ Die sechs Filmfiguren seien in das Farbkonzept der Jute eingepasst, mittlerweile seien die Malerarbeiten vom Kino bis zum Parkhaus gewandert. „Durch den neuen Anstrich wollen wir vor allem den Bestandsmietern einen Mehrwert bieten“, sagt Christian Kistritz. Der Projektentwickler bei Saller-Bau betont, dass die Malerarbeiten in Höhe von rund 50.000 Euro eine komplette Eigeninvestition des Vermieters sind.

Sallerbau will Jute-Center noch weiter aufwerten

Das, was sich an der Fassade am Kino abspielt, darf in einem größeren Rahmen gesehen werden: Denn Saller-Bau steckt weitere 150.000 Euro in Modernisierungen, die im Laufe des Jahres abgeschlossen werden sollen. So nennt Christian Kistritz einen Werbepylon an der Stedinger Straße und teilweise entfernte Verkehrsinseln auf den Parkdecks als Beispiele für bereits realisierte Verbesserungen. Im Juli soll die Parkplatzbeleuchtung auf LED-Licht umgestellt werden, in diesem Bereich erhofft sich Saller-Bau eine Einsparung von 50 Prozent an Stromkosten. Neben einer Anpassung der Heizungsanlage steht laut Kistritz als letztes im September die Einrichtung einer Kameraüberwachung auf dem Zettel.

Schumacher kündigt Investitionen in Kino an, lässt Details aber offen

Und auch im Inneren des Kinos soll sich etwas tun: Schuhmacher will investieren, sagt er. Details seien aber noch nicht spruchreif. Ein Förderantrag an die Film-Förderanstalt sei auf dem Weg. Dennoch ist in letzter Zeit im Kino einiges passiert: Drei neue Tonanlagen im Tonsystem Dolby Digital 7.1 seien kürzlich erst installiert worden, zudem bilden laut dem Kinochef die 23 D-Box-Sitze noch immer ein Alleinstellungsmerkmal im Norden: Diese bewegen sich entsprechend der Handlung unter dem Kinozuschauer mit. „Sogar Schwerelosigkeit lässt sich damit simulieren“, sagt Vorführer Sebastian Röttgers. Schumacher: „Das finden Sie nicht in Bremen oder in Hamburg, erst wieder in Osnabrück.“