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Investor äußert sich skeptisch Chance für Delmenhorster Hertie-Ruine sinkt rapide

Von Michael Korn | 26.02.2016, 18:36 Uhr

Der Investor für den Umbau der Hertie-Brache in ein Wohn- und Geschäftshaus blickt skeptisch auf die Wirtschaftlichkeit des Projekts: Der Standort gelte bei Einzelhandelsunternehmen als runtergewirtschaftet.

Aus der Hertie-Ruine wird wohl nie mehr eine florierende Einkaufsadresse für die Delmenhorster Innenstadt werden. Diesen Schluss lassen Äußerungen des Investors wenige Tage vor dem entscheidenden Ratsbeschluss für einen entsprechenden Umbauvertrag mit der Stadt zu. Sollte der Stadtrat am 1. März die Revitalisierung von Hertie als Einzelhandelsstandort mit einem Anschub für Subventionen von rund 5,5 Millionen Euro nicht auf den Weg bringen, „sind wir nicht böse“, bekräftigte auf Anfrage Werner Uhde, Aufsichtsrastchef der zur Zech-Gruppe gehörenden Deutschen Immobilien Holding (DIH).

„Standort runtergewirtschaftet“

Hauptgrund für diese offenkundige Rückzugsbereitschaft dürften die miesen Aussichten auf eine wirtschaftlich tragfähige Nutzung des baufälligen Betonklotzes sein: Laut Uhde ist nicht nur der erhoffte große Hauptmieter aus der Textilbranche als Interessent abgesprungen . Es gebe auch keine weiteren mietwilligen Läden, weil der Standort bei den Filialbetreibern „runtergewirtschaftet ist“. Auch der Zeitfaktor bremst die Investitionsbereitschaft bei DIH: Der Projektentwickler muss nach Angaben von Uhde sämtliche Umbauarbeiten öffentlich ausschreiben, was sehr viel Zeit (und damit Geld) koste. Trotz dieser mehr als schlechten Rahmenbedingungen für die Hertie-Revitalisierung will Uhde Durchhaltevermögen beweisen: DIH ziehe von sich aus als Investor nicht zurück und setze jetzt alle Kraft daran, Mieter zu gewinnen. Dafür nutze man verstärkt seine Beziehungen zu Filialisten aus anderen Projekten.

14,5 Millionen Umbaukosten

Der Umbau der Kaufhaus-Brache zu einem Wohn- und Geschäftshaus soll 14,5 Millionen Euro kosten. Von den 5,5 Millionen Euro Subventionen übernähme Delmenhorst 1,85 Millionen. Das Entwicklungskonzept für den Gesamtbereich zwischen Kirchstraße und Ebert-Allee sieht nach Stadtangaben als Hauptziel die Verbesserung der städtebaulichen Struktur vor, um den Leerstand mit einer Wiedernutzung/Nachnutzung zu beseitigen und den östlichen Teil der Fußgängerzone wiederzubeleben. Schwerpunkt des Einsatzes von Städtebaufördermitteln soll die Modernisierung- und Instandsetzung der Kaufhausbrache mit zugehörigem Parkhaus sein.