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Irish-Spring-Festival Irlands grüne Wiesen in Varreler Gutsscheune

Von Frederik Grabbe | 21.02.2016, 07:19 Uhr

Sie kamen mit Geige, Querflöte, Gitarre und Steppschuhen. Drei Bands spielten am Freitag beim Irish Spring in der Gutsscheune Varrel auf. Nächstes Jahr dürfen sie gerne wiederkommen.

Was macht ein junges Ehepaar am bestem, um sich schnell wieder zu vertragen? Genau. Man musiziert zusammen. So halten es zumindest die Eheleute Caitlin und Ciaran, die am Freitagabend als gleichnamiges Duo auf der Bühne der Gutsscheune in Varrel standen. Zusammen mit den zwei Bands Blás und Dallahan sollten sie den Irish Folk zelebrieren. Und das – die Zuschauer dürften wohl zustimmen – haben sie auch geschafft.

Schnelle Tempowechsel und Melancholisches

Ausgestattet mit einer Geige, im Irish Folk eine Fiddle, und einer Konzertina, eine Art Akkordeon im Mini-Format, machten Caitlin & Ciaran den Anfang. Die irischen Klänge in ihren Melodien waren unverkennbar. Zum einen spielten sie Stücke mit schnellen Tempowechseln und unterstützten ihren Rhythmus, indem sie sich selbst mit den Schuhen auf dem Parkett klopfend begleiteten. Zum anderen stimmten sie auch melancholische Stücke an. Den Streit, den sie während des Auftritts noch erwähnten, hörte man da nicht raus. Im Gegenteil.

Irlands grüne Wiesen wurden in der Gutsscheune förmlich spürbar, mochte man meinen. Die schnelleren Stücke machten einen spielerisch, leichten Eindruck.Schnell war klar: Irish Folk in Stuhr kommt an: Die rund 450 Besucher klatschten mit, stampften mit den Füßen in Takt und wagten sich vereinzelt auch zu tanzen.

Lied im Fahrstuhl komponiert

Die gute Stimmung war auch der sympathischen Moderation geschuldet. „Dieses Lied“, kündigte beispielsweise Fiedelspieler Ciaran auf Englisch an, „hat meine Frau komponiert, als sie im Fahrstuhl stecken geblieben ist.“ Caitlin ihrerseits fegte in bester Riverdance-Manier zum Spiel und zum Takt ihres Gatten über die Bühne und verwandelt so den Bühnenboden zum dritten Instrument des Duos. „Wahnsinn. Irre. Einfach irre“, kommentierte ein männlicher Gast den Auftritt des Paars laut klatschend. „Da fällt einem der Arm ab.“

Sängerin sucht Bauern

Auch die Nachfolgerbands Blás und Dallahan, geprägt von Balkan-, Jazz- und Pop-Einflüssen, fügten sich gut ein. „Das ist Anne“, stellte Geiger David Doocey die Blàs-Sängerin Anne Brennan vor. „Sie ist die bestaussehendste von uns und sucht noch einen reichen Bauern“, so Doocey humorig. Derart unverfälscht und authentisch kam der Auftritt der drei Bands spürbar gut an. Das kommende Irish-Spring-Festival, das durch 30 deutschen Städte tourt, steht 2017 unter einem guten Stern.