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Irritation über Gutachten Keinen Schritt weiter bei Delmenhorster Graftrettung

Von Thomas Breuer | 08.12.2015, 22:52 Uhr

Die Problematik der Graftversumpfung ist offenbar nur durch eine neuerliche Trinkwasserförderung einzudämmen. Das wurde am Dienstag in der Markthalle deutlich.

Am Ende waren sich alle einig, dass die Graftversumpfung durch eine bloße Oberflächenentwässerung nicht zu beenden sein wird: Verwaltung, Politiker und gut 50 interessierte Zuhörer bei einer Informationsveranstaltung zum Thema gestern am späten Nachmittag in der Markthalle. Dabei ruhten die Hoffnungen anfangs noch auf einem Gutachten des Ingenieurbüros Thalen aus Zetel.

Es geht um ein mehr als 113 Hektar großes Areal

Für das Büro stellte Diplom-Ingenieur Lothar Zuhse vor, dass Aufschüttungen in dem insgesamt 113,4 Hektar umfassenden untersuchten Gebiet zwischen Kleiner Delme und Hoyersgraben eine Lösung wären. Bis zu 64500 Kubikmeter Erdreich empfahl er, um Gefälle zu erzeugen, die das Wasser von der Oberfläche in die genannten Flüsse ableiten. Mit weniger sei es auch zu machen, dann wären zusätzlich Kleinpumpwerke vonnöten.

Eine Idee: 3400 Meter Gräben öffnen

Alternativ regte Zuhse die Öffnung von 3400 Meter Gräben an, dazu fünf Kleinpumpwerke. Und natürlich, Flächen zu versiegeln, dass sie kein Wasser aufnehmen können, sei in letzter Konsequenz auch denkbar. Zu den Kosten oder ob das alles mit dem dort geltenden Landschaftsschutz vereinbar sei, machte er keine Angaben.

Fritz Brünjes, städtischer Fachbereichsleiter, verteidigte das Gutachten mit den Worten, es sei zunächst eine grobe Entscheidungsgrundlage gefordert gewesen. Dr. Klaus Bohnemann vom Bürgerparkverein „Unsere Graft“ meinte schlicht: „Auch aus einem Gutachten kann man lernen, was man besser nicht machen sollte.“

Keine Entscheidungsgrundlage für Politiker

Im anschließend tagenden Umweltausschuss wollte die Politik auf dieser Basis nicht über eine Beschlussempfehlung abstimmen. Weitgehende Einigkeit herrschte darüber, einmal mehr in der Sache keinen Schritt nach vorne gekommen zu sein. Als einzige Lösung wird mehr denn je die Grundwasserförderung zur Trinkwassergewinnung genannt.