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Jahnz nennt Sassen-Vorwürfe absurd Polizei: Keine Erkenntnisse zu Prostitution im Wollepark

Von Sonia Voigt | 16.05.2017, 17:42 Uhr

Die von Ratsfrau Eva Sassen (Bürgerforum/ Neue Wege) öffentlich geäußerten Mutmaßungen zu Kinderprostitution im Wollepark bestätigt die örtliche Polizeiinspektion nicht. Ermittlungen zu derartigen Hinweisen hätten nie etwas ergeben. Oberbürgermeister Axel Jahnz kritisiert Sassens „merkwürdigen Stil“.

„Absurd“ nennt Oberbürgermeister Axel Jahnz die Unterstellungen der Ratsfrau Eva Sassen vom Bürgerforum/ Neue Wege, er wisse von Kinderprostitution in den Wollepark-Wohnblöcken 11 und 12. Sassen hatte in einer Pressemitteilung zur aktuellen Situation in den beiden nun von Gas- und Wasserversorgung abgeschnittenen Wollepark-Häusern folgende Worte gewählt: „Öffentlich frage ich den Oberbürgermeister: Wissen Sie, ob aus den Häusern 11 und 12 Mädchen zur Prostitution abgeholt werden und Kinder zu Pornoaufnahmen? Wissen Sie, ob hier illegal hohe Mieten in bar eingetrieben werden?“ Die Antwort nahm die Ratsfrau direkt vorweg: „Ich gehe davon aus, dass der Oberbürgermeister davon weiß. Und ich gehe davon aus, dass wie gewohnt, Immobilieninteressen an dem Innenstadtgrundstück bestehen.“

Oberbürgermeister verweist Ratsfrau an Polizei

Er wisse gar nichts von derartigen Ungeheuerlichkeiten, sagte Jahnz auf dk-Anfrage und riet Sassen dringend dazu, sich mit der Polizei auseinanderzusetzen. „So etwas ist ein Fall für die Polizei, die Staatsanwaltschaft und die Gerichte“, betonte der Oberbürgermeister. Der von Sassen gewählte Weg zeuge von „merkwürdigem Stil“.

Polizei will Sassens Hinweisen nachgehen

„Zu möglichen Fällen von Prostitution liegen uns polizeilicherseits keine Erkenntnisse vor“, spricht Désirée Krikkis für die Polizeiinspektion Delmenhorst/ Oldenburg-Land/ Wesermarsch. Zwar sei die Polizei in den vergangenen Monaten wiederholt Hinweisen in dieser Richtung nachgegangen, doch diese hätten sich in keinem der Fälle bestätigt. „Wir gehen der Anfrage von Frau Sassen aber natürlich nach und werden diese überprüfen“, kündigt die Polizeisprecherin an. Die Polizei werde Kontakt mit der Ratsfrau aufnehmen, um die Hintergründe ihrer Anfrage in Erfahrung zu bringen.

Ermittler prüfen Miet- und Nebenkostenzahlungen bei allen Wohnungen

Bei Eva Sassens zweiter Nachfrage zum Thema Mieteintreibungen verweist Polizeisprecherin Krikkis auf die laufenden Ermittlungen zu den ausgebliebenen Zahlungen an die Stadtwerke. „Es wird jeder Einzelfall überprüft“, berichtet Krikkis. Für jede Wohnung werde einzeln untersucht, welche Geldflüsse es gab. „Bisher sind uns keine Fälle bekannt geworden, bei denen Mieter bedroht wurden“, teilt die Pressesprecherin mit.