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Jahresempfang der Bundeswehr Delmenhorster Soldaten erhalten erneut Auslands-Befehl

Von Michael Korn | 18.01.2019, 17:15 Uhr

Wie viele Kräfte aus Delmenhorst in welche Krisengebiete ihre Einsatzbefehle erhalten, verriet Bataillonschef Ickert beim Jahresempfang am Freitag. Die Delmenhorster Logistiker spielen innerhalb der Nato eine wichtige Rolle.

Die seit Jahren auslandserprobte Garnison in Delmenhorst schickt auch in diesem Jahr Soldaten in die Krisengebiete dieser Welt. Mehr als 200 Kräfte des in der Adelheider Feldwebel-Lilienthal-Kaserne stationierten Logistikbataillons 161 erwarten Einsatzbefehle nach Mali, in den Nord-Irak, das Kosovo und nach Afghanistan. Das kündigte Bataillonskommandeur Oberstleutnant Torsten Ickert am Freitag beim Jahresempfang der hiesigen Bundeswehr an.

250 Kräfte in Bereitschaft

Vor rund 80 Gästen aus Politik, Wirtschaft, Militär und öffentlichem Leben mit dem Delmenhorster Oberbürgermeister Axel Jahnz an der Spitze sprach Ickert von einem erneut intensiven Jahr, das auf die Delmenhorster Logistikspezialisten warte. Zusätzlich zu den Auslandseinsätzen stelle die hiesige Truppe rund 250 Kräfte in Bereitschaft, die ein Jahr lang jederzeit in der Lage sein müssen, die zurzeit von Deutschland geführte Nato-Taskforce logistisch zu unterstützen. Dies bedeute, die Einsatzbereitschaft binnen zwei bis sieben Tagen herstellen zu müssen. Außerdem werde am Standort die Ausbildung für die Landes- und Bündnisverteidigung in den Fokus gerückt. Für die Bevölkerung werde dies sichtbar mit Übungen und Fahrzeugbewegungen in den Dörfern. Fortgeführt wird nach Angaben des Bataillonschefs auch die bewährte ziviltechnische Ausbildung in Zusammenarbeit mit der Industrie- und Handelskammer Oldenburg (IHK), Unternehmen und Bildungsträgern. Erstmals werde Soldaten auch eine IHK-Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik angeboten. Dies erleichtere den Teilnehmern den Wechsel von der Bundeswehr in die Industrie.

Geld für Jugendhilfe

Ickert kündigte ferner an, die Patenschaft mit der Stadt Delmenhorst aktiver auszugestalten. Diesen Vorstoß griff OB Jahnz in seinen Grußworten auf und lobte die Freundschaft Delmenhorsts mit der Garnison. Seinen Worten zufolge wird es in diesem Jahr einige gemeinsame Aktionen geben. Zu den neuerlichen Auslandseinsätzen bekräftigte Jahnz, er wünsche allen Soldaten, dass sie wieder heil zurückkehren. Wie eng die gesellschaftliche Verbundenheit des Logistikbataillons mit ihrem Standort ist, machte auch eine abschließende Scheckübergabe deutlich. Einen Überschuss von 555 Euro aus einer letztjährigen Veranstaltung überreichte Ickert an Merle Siedenburg, Geschäftsführerin der Delmenhorster Jugendhilfestiftung.

Für vereintes Europa

Der Kommandeur und der Oberbürgermeister bekräftigten unisono die Bedeutung des europäischen Zusammenhalts vor dem Hintergrund der drohenden Absplitterung Großbritanniens aus der EU. Ickert warb angesichts der Herausforderungen für die Gewährleistung von Freiheit und Sicherheit für ein integratives und demokratisches Europa. Jahnz erklärte, nur ein vereintes und kraftvolles Europa könne in dieser Welt bestehen.