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Jahresrückblick Das geschah im zweiten Halbjahr 2015 in Delmenhorst

Von Jan Eric Fiedler | 31.12.2015, 14:30 Uhr

Neben der Flüchtlingsthematik beschäftigen das Klinikum, der Wollepark und viele Wechselspiele in der Politik die Delmenhorster im zweiten Halbjahr 2015.

Das bundesweit prägende Thema des zweiten Halbjahres hat auch in Delmenhorst die öffentliche Debatte dominiert: der massiv ansteigende Zuzug von Flüchtlingen. Nachdem die Stadt lange um Sammelunterkünfte herumgekommen ist, werden ab Oktober nach Sonderzuweisungen von Flüchtlingen durch das Land auch Sporthallen als Unterkunft genutzt. Die ersten 80 Flüchtlinge ziehen am 17. Oktober in die Sporthalle am Stubbenweg . Bis Mitte Dezember waren rund 1000 Flüchtlinge in Delmenhorst untergebracht.

Verstärkt hat die Stadt Delmenhorst im zweiten Halbjahr ihr Engagement im Wollepark: Im Juli hat sie die Wohnblöcke Am Wollepark 1 bis 5 sowie das dazugehörige Parkhaus bei einer Zwangsversteigerung erstanden. Seit November wird ihr Abriss vorbereitet .

In der Innenstadt wird im August eine lange offene Lücke geschlossen: Der Inkoop eröffnet im Selve-Haus den Supermarkt Koopje.

Sorgen bereitet weiter das Klinikum Delmenhorst: Im Juli wird bekannt, dass die Belegungszahlen stark eingebrochen sind. Eine Finanzspritze wird notwendig , die nach Verhandlungen mit den Gewerkschaften um einen Zukunftssicherungstarif im November gewährt wird . Die Stadt gibt 2,5 Millionen Euro und übernimmt eine Bürgschaft über drei Millionen Euro. Parallel läuft die Fusion mit dem St. Josef-Stift aber weiter: Zum 1. September zieht die Frauenklinik aus dem Stift ins Klinikum . Auch weitere Stationen werden zusammengelegt. Am 23. Dezember werden beide Krankenhäuser unter dem Dach der Holding Josef Hospital Delmenhorst zusammengefasst.

In der Politik sorgen mehrere Fraktions- und Parteiwechsel für Wirbel: Die Linksfraktion ist künftig als parteineutrale Pro Delmos im Rat vertreten. Die CDU-Ratsfrau Kirsten Masala wechselt zur SPD, Axel Konrad kündigt seinen Austritt aus der FDP an. Jürgen Stöver bildet nach seinem SPD-Austritt eine Gruppe mit der FDP.

Dazu sorgen die beiden vorbestraften Ratsherren Werner Lindemann und Henning Suhrkamp für Wirbel. Auch nach Forderungen von Politik und Bürgern hielten sie an ihren Mandaten fest. Einen Tag nach der Ankündigung, zusammen eine Fraktion zu gründen , gibt Lindemann am 8. Dezember seinen Rückzug bekannt. Suhrkamp tritt am 15. Dezember wieder im Rat auf. Die übrigen Fraktionen drehen ihm demonstrativ den Rücken zu .

Zu einem schweren Unglück kommt es am 16. Dezember auf der Baustelle des Inkoop-Neubaus an der Oldenburger Straße. Ein Teil der Fassade stürzt ein und reißt ein Baugerüst mit Arbeitern mit sich.