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Johanne Meyerholz hat viel erlebt Gebürtige Delmenhorsterin feiert 106. Geburtstag

Von Britta Buntemeyer | 16.07.2015, 09:11 Uhr

Kaiserzeit, Weimarer Republik, zwei Weltkriege, Wiederaufbau, Kalter Krieg – Johanne Meyerholz hat einiges miterlebt. Auch wenn manche Erinnerungen etwas verblasst sind, in Anbetracht ihres Alters ist dies kaum verwunderlich.

Stolze 106 Jahre alt wird Johanne Meyerholz an diesem Donnerstag. Ihren Ehrentag feiert die rüstige Seniorin im Hildegard-Stift in Groß Ippener, in das sie vor drei Jahren von Delmenhorst aus gezogen ist, bevor es am Nachmittag zu Verwandten nach Ganderkesee geht. Wäre Johanne Meyerholz noch in Delmenhorst wohnhaft, so wäre sie die älteste Einwohnerin. 102 Jahre alt ist die derzeit älteste Bürgerin nach Angaben der Stadt.

Immer fit gewesen

Am 16. Juli 1909 wurde Johanne Meyerholz in Delmenhorst geboren. Ihr Mann starb 1970, seitdem lebte sie allein – und das sogar noch, bis sie 100 war. „Ich konnte noch Bäume ausreißen“, erinnert sich Johanne Meyerholz, die immer fit gewesen ist, mit einem Schmunzeln. Zur Schule ging sie an der Schulstraße, gearbeitet hat sie in der Margarinefabrik. Zwischenzeitlich lebte sie in Papenburg, wo es ihren Mann für seinen Beruf als Justizangestellten hingezogen hatte. 1957 ging es dann wieder nach Delmenhorst.

Zwei Kinder, sechs Enkel, neun Urenkel, drei Ururenkel

Fünf Generationen bildet die Familie Meyerholz inzwischen. Zwei Kinder hat Johanne Meyerholz: Tochter Edith (82), die mit ihrem Mann Wolbert in Delmenhorst lebt, und Sohn Harry (78), wohnhaft in Schleswig-Holstein. Sechs Enkel, neun Urenkel und mittlerweile drei Ururenkel vervollständigen das Familienglück im großen Hause Meyerholz.

Kegeln, singen und Sitzgymnastik

Nachdem Johanne Meyerholz in ihrer Wohnung gestürzt war, zog sie zu Tochter Edith und Schwiegersohn Wolbert. Drei Jahre lebte sie dort, doch das Haus mit den vielen Treppen stellte irgendwann nicht mehr die geeignete Umgebung dar. Im Hildegard-Stift fühlt sich Johanne Meyerholz wohl und bestens aufgehoben. Gern kegelt sie noch, singt oder nimmt an der Sitzgymnastik teil. Als großer Fan von Werder Bremen verfolgt sie noch immer gern die Spiele ihres Lieblingsvereins, von dem sie auch schon einen Blumenstrauß zum Geburtstag bekommen hatte, am Radio. „Wenn ich sie besuche, erzählt sie mir immer sofort, wenn Werder gewonnen hat“, sagt Tochter Edith, die mindestens zweimal die Woche im Hildegard-Stift vorbeischaut.

„Ich bin immer ein guter Mensch gewesen“

Das Geheimnis ihres langen Lebens, das kennt Johanne Meyerholz jedoch nicht. „Ich bin immer ein guter Mensch gewesen“, sagt sie. Sport habe sie nicht getrieben, bis aufs Radfahren. Ihre große Leidenschaft war stets das Backen.

Schmackhaften Kuchen gibt es sicher auch am Ehrentag. Und viele, viele Glückwünsche, die bis zum 107. Geburtstag reichen dürften.