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Josef-Hospital Delmenhorst Delmenhorster Klinik könnte vorübergehend umziehen

Von Marco Julius | 03.03.2016, 17:24 Uhr

Einen überraschenden Vorschlag hat Geschäftsführer Thomas Breidenbach am Donnerstag vorgelegt: Der stationäre Betrieb des Josef-Hospitals Delmenhorst Mitte soll für die Bauphase komplett nach Deichhorst verlegt werden.

Aufsichtsrat und Gesellschafter der Josef-Hospital Delmenhorst gGmbH haben die Geschäftsführung mit der weiteren Prüfung eines neuen Standortkonzeptes für das JHD Mitte und das JHD Deichhorst beauftragt. Kurz gesagt geht es darum, ob eine vorübergehende Verlagerung der stationären Gesundheitsversorgung an den Standort Deichhorst möglich ist. Geschäftsführer Thomas Breidenbach hat entsprechende Überlegungen, die durchaus überraschend kommen, gestern den Mitarbeitern und der Presse vorgestellt. Die vorübergehende Verlegung hätte laut Breidenbach viele Vorteile: Um- und Neubau des künftig einzigen Krankenhausstandortes Mitte könnten schneller und kostengünstiger über die Bühne gehen, weil nicht bei laufendem Betrieb gebaut werden müsste. Zudem könnte der Abbau von Doppelstrukturen beschleunigt werden, so Breidenbach. Auch im Feld Personalressourcen sieht Breidenbach Vorteile, weil durch die Zusammenlegung an einem Standort im Pflegebereich eine größere Personalressource zur Verfügung stünde. Auch die Belastung für Mitarbeiter und Patienten, die in der Bauphase Lärm, Staub und Einschränkungen ausgesetzt werden, würde entfallen.

Einsparung in Millionenhöhe

Anfang April könnte die Entscheidung fallen, auch die Stadt muss ihr OK geben. Laut Breidenbach würde dann die stationäre Versorgung im Sommer komplett nach Deichhorst verlegt. 300000 bis 400000 Euro müsste man für den Umzug und vor allem die Herrichtung an der Wildeshauser Straße berechnen. Die Einsparung, die durch den Umzug zu erwarten sei, läge im unteren, einstelligen Millionenbereich.

Sobald grünes Licht für die Finanzierung des Um- und Neubaus in Mitte komme, sollen dann die Bagger anrollen. Das neue Krankenhaus sei dann 2020 bezugsfertig – und damit deutlich früher als bei Um- und Neubau im laufenden Betrieb. Der Standort Mitte werde in der Bauphase nicht komplett geräumt. Verwaltung, IT-Abteilung und auch vorstationäre Untersuchungen sollen weiter dort Platz haben.

Ohne Denkverbote diskutieren

Die erste Reaktion der Mitarbeiter der beiden Standorten sei unterschiedlich ausgefallen, sagt Breidenbach. Er selbst habe noch vor einem Jahr gedacht, dass die vorübergehende Zusammenlegung nicht machbar sei. „Wir haben es uns aber zur Aufgabe gemacht, ohne Denkverbote zu diskutieren. Ich bin mehr und mehr zu der Überzeugung gelangt: Das ist möglich, das ist sinnvoll, das beschleunigt das Zusammenwachsen .“ Erste Ergebnisse der Raumanalyse hätten gezeigt, dass die Umsetzung der vorübergehenden Verlagerung möglich ist. Weitere Fragen sollen jetzt abgeklopft werden.

Dass die Entscheidung für ein gemeinsames Krankenhaus in Delmenhorst richtig sei, zeige der Erfolg des Mutter-Kind-Zentrums. „In den ersten zwei Monaten dieses Jahres wurden in Delmenhorst 144 Kinder geboren. Es ist ein positiver Trend zu verzeichnen“, berichtet Breidenbach.