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Jubiläum in Delmenhorst: Diakonie hilft seit 20 Jahren mit „Pötte und Pannen“

Von Mareike Bader | 06.09.2017, 18:38 Uhr

Von der Kuchengabel bis zur Kaffeemaschine hilft die Diakonie Bedürftigen mit Haushaltswaren. Bedarf und Nachschub gibt es nach wie vor.

Geschirr, Töpfe, Pfannenwender, kleine Elektrogeräte – die Liste für die Ausstattung mit Haushaltswaren kann ganz schön lang sein. Bei der Ausgabestelle von „Pötte und Pannen“ der Diakonie Delmenhorst/Oldenburg-Land können Bedürftige seit 20 Jahren eine Erstausstattung erhalten, oder Notwendiges finden.

Besonders Kleingeräte würden immer gebraucht, wie Wasserkocher oder Staubsager, berichtet Elke Einemann. Zusammen mit Eugenie Rheinländer führt sie heute die Ausgabestelle. Vergangenes Jahr kam Maen Gesmati hinzu, der sich neben seinem Bundesfreiwilligendienst bei der Gemeinde Ganderkesee dort ein Ehrenamt aufnahm.

Flüchtlingssituation deutlich zu spüren

„Er ist wichtig als Dolmetscher“, sagt Einemann über den Syrer aus Aleppo. Die Flüchtlingssituation hatte auch bei „Pötte und Pannen“ deutliche Auswirkung. In den vergangenen fünf Jahren habe sich die Zahl der Menschen, die mit Haushaltswaren versorgt wurden, fast verdoppelt, berichtet Frank Eden vom Diakoniebüro Großenkneten.

Auf die veränderte Situation haben sich die beiden ehrenamtlich arbeitenden Frauen gut eingestellt. „Standmixer sind bei Syrer sehr gefragt“, sagt Eugenie Rheinländer. Das sei zum Kuchenbacken wichtig, erklärt Gesmati.

Alles fußt auf der Idee Geben und Nehmen

Mit Jutta Tschernischen fing alles vor 20 Jahren an: „Es war die Idee von Geben und Nehmen“, sagt die ehemalige Kirchenkreis-Sozialarbeiterin, die am Mittwoch beim kleinen Jubiläumsfest am Wichernstift anwesend war. Mit dieser Idee ging sie hausieren: Bei Geschäften bat sie um Hilfe bei der Ausrüstung des Ladens, dank Zeitungsartikel kamen die ersten Warenspenden herein.

Auch Pastor Horst Leweling vom Wichernstift unterstützte das Vorhaben und stellte für die Diakonie Räume auf dem Gelände zur Verfügung. „Die Räume sind geblieben“, freut sich Eden.

Zwei Jahre später kam Ursula Lunkeit dazu. Für diese sei „Pötte und Pannen“ eine Herzensangelegenheit gewesen, sagt Tschernischen. Eine weitere Ehrenamtliche war Ursel Jütte, die erst vor fünf Jahren im Alter von 85 Jahren aufgehört hat. Als Lunkeit krank wurde, engagierte sich ihre Tochter Elke Einemann auch offiziell im Laden. Mit Carola Heintsch steht eine potenzielle Nachfolgerin in den Startlöchern.

Über 3000 Bedürftigen geholfen

Über 3000 Bedürftige konnten in den vergangenen Jahren versorgt werden. Durchschnittlich 17 Personen kämen zur wöchentlichen Öffnungszeit am Mittwoch von 9 bis 12 Uhr. In den Spitzenzeiten waren es aber auch mal 76 Menschen. Die Tassen, Töpfe und Pfannen sind für die Bedürftigen kostenlos. Lediglich die Grundausstattung kostet seit vergangenem Jahr fünf Euro.

Der Bestand sei gesichert, sagt Einemann. Besonders nach Haushaltsauflösungen, wenn sich Haushalte verkleinern oder jemand zusammenzieht, werden nun überflüssige Haushaltshelfer gespendet. Manchmal auch kartonweise. Ganz im Sinne der Initiatorin Tschernischen, die vermeiden wollte, dass dann alles auf dem Müll landet.