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Jugendarbeit läuft an Großtauschtag bei den Briefmarkensammlern Delmenhorst

Von Antje Cznottka | 08.11.2015, 18:41 Uhr

Briefmarken aber auch Münzen und Postkarten fanden Sammler und Interessierte beim 32. Großtauschtag des Vereins der Briefmarkensammler Junge Sammler vermisste der Verein allerdings am Sonntag in der Aula der Berufsbildenden Schulen II.

14 Aussteller und rund 110 Gäste bevölkerten am Sonntag die Aula in den Berufsbildenden Schulen II (BBS II) am Wiekhorner Heuweg. Zu sehen, kaufen und tauschen gab es Briefmarken, Postkarten und Münzen. „Münzen gibt es allerdings nur im kleineren Rahmen“, berichtet Eckhard Schmidt, Vorsitzender des Vereins Delmenhorster Briefmarkensammler. Häufiger waren Briefmarken in den verschiedensten Formen: als Briefstück mit einem Poststempel versehen, postfrisch und ungestempelt oder mit einem Stempel der Post versehen, aber nie wirklich verschickt. Wichtig sei auch, ob die Briefmarken noch eine Gummierung hätten, also noch kleben würden und verschickbar wären.

Briefmarkensammeln ist „eine kleine Wissenschaft“

„Das ist eine kleine Wissenschaft und es kommt ganz darauf an, welche Ansprüche der Sammler an seine Sammlung stellt“, berichtet Schmidt, der seit 2012 den Verein leitet. So sei schon die Wahl zwischen einem Steckbuch, in das die Briefmarken eingesteckt werden könnten, und einem Vordruckalbum eine maßgebliche Entscheidung. „In einem Vordruckalbum gibt es Bilder der Marken und man befestigt die Marke dann darauf mit einem Klemmstreifen“, erklärt Schmidt.

Motivsammlungen sind Start in die Sammelleidenschaft

Doch genau diese Vielfalt im Angebot und im Umgang mit den Marken mache die Faszination am Briefmarkensammeln aus. „Erwachsene wenden sich dann eher Ländersammlungen wie zum Beispiel aus der DDR, dem Deutschen Reich, dem Kaiserreich oder aus dem Ausland zu“, berichtet Schmidt. Die ersten Briefmarken in Deutschland wurden laut Schmidt 1849 in Bayern herausgegeben. „Kinder beginnen meist mit Motivsammlungen“, sagt Schmidt. Flugzeuge, Blumen, Tiere oder die Feuerwehr seien beliebte Motive.

Delmenhorster Briefmarkensammler werben um Nachwuchs

Junge Mitglieder habe der Verein derzeit allerdings nicht. „Die Vereinsmitglieder sind etwa 55 Jahre alt und aufwärts“, überschlägt Schmidt. Eine Jugendgruppe habe es zuletzt in den 80er Jahren im Delmenhorster Verein, der seit 1921 besteht, gegeben. Allerdings sei der Verein aktiv, um das zu ändern, erzählt Schmidt: „Die älteren Mitglieder spenden Alben und Briefmarken, also ein Starter-Set, für junge Sammler.“ Diese Starter-Sets geben die Sammler Lehrern für ihre Schüler mit, falls Projekte oder Arbeitsgemeinschaften anstehen. „Wir arbeiten mit einer Lehrerin in der Grundschule Hude zusammen. Sie nutzt eine Verfügungsstunde, um interessierten Kindern Philatelie näher zu bringen“, berichtet Schmidt.

Aber auch an Eltern treten die Briefmarkensammler bei Börsen heran und geben Material des Landesverbandes Niedersachsen der Deutsche Philatelisten-Jugend. „Nachwuchs zu begeistern ist schwierig. Es gibt so viele andere Angebote, von Sportvereinen, über das Internet oder Freunde, und es ist ein teures Hobby“, fasst Schmidt zusammen.

Neue Mitglieder sind beim Verein der Briefmarkensammler Delmenhorst sind willkommen

Der Verein trifft sich an jedem ersten Sonntag im Monat, außer in den Ferien im Treffpunkt Deichhorst in der Kantstraße. Das nächste Treffen ist am Sonntag, 6. Dezember von zehn bis zwölf Uhr. „Dann wird gekauft, verkauft, getauscht und gefachsimpelt“, berichtet Schmidt. Als Vereinsmitglied könne man auch die speziellen Fachkataloge und Magazine für Briefmarkensammler lesen, die der Verein abonniere. Neben dem jährlichen Großtauschtag kommen die 38 Vereinsmitglieder außerdem zu einer Adventsfeier und einer Kohlfahrt zusammen. Der Jahresbeitrag für die Vereinsmitgliedschaft betrage 30 Euro. Weitere Informationen zum Verein gibt es bei Eckhard Schmidt unter Telefon (04408) 1620 oder unter scheleck@t-online.de.