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Jute-Center in Delmenhorst: Delmenhorster Chaos-Ampel: Politik diskutiert Abbau

Von Michael Korn | 24.11.2015, 22:12 Uhr

Im Delmenhorster Planungsausschuss am Dienstag, 24. November 2015, hat die Verwaltung anhaltende „Probleme“ im Verkehrsfluss auf der Stedinger Straße eingeräumt und eine verbesserte Taktung mit den angrenzenden Ampeln angekündigt. Die Ratspolitik diskutiert sogar einen Abbau der Ampel und Regress gegen den damaligen Gutachter.

Die neue Ampel an der Stedinger Straße vor dem Delmenhorster Jute-Center sorgt seit August 2015 für Verkehrschaos – jetzt diskutiert die Ratspolitik in Delmenhorst sogar einen Abbau der Anlage! Im Planungsausschuss am Dienstag, 24. November 2015, hat die Verwaltung anhaltende „Probleme“ im Verkehrsfluss eingeräumt und eine verbesserte Taktung mit den angrenzenden Ampeln angekündigt. Seit der Inbetriebnahme der neuen Abbiegespuren und der Lichtsignalanlage zur Anbindung des Jute-Centers gerät der Verkehr auf der Stedinger Straße vor allem in den Stoßzeiten ins Stocken. Von grüner Welle keine Spur, Rückstaus blockieren ein Einfädeln.

Gutachter hatte leistungsfähige Ampel versprochen

Die Delmenhorster Ratspolitik reagiert überwiegend erzürnt und verständnislos auf die ernüchternde Bilanz der städtischen Verkehrsbehörde. Nicht nur von einem etwaigen Abbau der Ampel war am Dienstag die Rede, sondern auch von einem möglichen Regressanspruch gegen den Gutachter Walter Theine, der der Anlage im Vorfeld eine leistungsfähige Bewältigung der Fahrzeugströme attestiert hatte – trotz der Vielzahl weiterer Ampeln auf wenigen hundert Metern zwischen Fischstraße und Thüringer Straße.

Ausschusschef Roß: Wegsprengen!

Ausschusschef Detlef Roß (SPD) quittierte das Ampel-Desaster schroff mit dem Ausspruch: „Wegsprengen!“. Auch Volker Wohnig von der Linksfraktion Pro Delmos und Piraten-Chef Andreas Neugebauer stellten die Frage, ob es nicht besser sei die Anlage wieder zurückzubauen. Wohnig: „Von wem sind wir hier hinter die Fichte geführt worden?“, Neugebauer: „Eine Frage geht auch an den Gutachter, ob wir die Taler zurückbekommen?“. CDU-Ratsfrau Annette Schwarz forderte eine Kostenprognose. Einen Betrag für die laufenden Untersuchungen, technische Änderungen an den Ampeln und etwaige Bauinvestitionen konnte der städtische Verkehrsexperte Hendrik Abramowski noch nicht beziffern. Den Aufwand für die neuen Abbiegespuren und die Lichtzeichenanlage selbst hatte der Jute-Investor, die Saller-Gruppe, übernommen, wie die Verwaltung in früheren Sitzungen bekräftigt hatte.

Auf Stoßzeiten programmieren

Abramowski schlägt eine dreistufige Beseitigung der Verkehrsbehinderungen vor: Zunächst sollen kurzfristig die alten, nur mit starren Rot/Grün-Umlaufzeiten arbeitenden Ampeln an Richt- und Thüringer Straße auf die Stoßzeiten programmiert werden – das hieße dann eine „etwas bessere“ Anpassung an die Grüne Welle morgens stadteinwärts und nachmittags stadtauswärts. Mittelfristig könnten die Ampel vor der Jute und die an der Richtstraße für die Grünphasen miteinander gekoppelt werden. Die beste Lösung wäre jedoch, die Anlagen an der Richt- und der Thüringer Straße mit neuer Steuerungstechnik aufzurüsten und durch Detektoren in den Fahrbahnen auslösen zu lassen.

Mehrlast durch gesperrte B 213

Fachbereichschef Fritz Brünjes appellierte, jetzt nichts zu überstürzen und neue Verkehrszählungen abzuwarten. Außerdem gebe es momentan eine nicht typische Mehrbelastung auf dem betreffenden Straßenabschnitt durch die Sperrungen der B 213.