Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kaninchenschau in Delmenhorst Auf dem Weg zu Europas schönstem Kaninchen

Von Vincent Buß | 04.11.2018, 20:03 Uhr

Die schönsten Kaninchen Delmenhorsts sind am Wochenende gekürt worden. Mitglieder erklären, worauf es im Wettbewerb ankommt und was an dem Hobby begeistert.

Ausnahmeerscheinungen könnte man die Siegertiere wohl nennen. Denn 98 von 100 Punkten erreichen die besten zwei Kaninchen am Wochenende auf der Schau des Rassekaninchenzüchtervereins „I5 Delmenhorst“. „Nur etwa eins von 100 Tieren schafft diese Punktzahl“, sagt Mitglied und Züchterin Kerstin Lipinski.

Zwei Tiere aus der Zucht von ihr und ihrem Mann Klaus erreichen immerhin 97,5 Punkte. Was den Reiz der Schauen ausmacht: „Sich dem Wettbewerb stellen, Titel gewinnen“, sagt Kerstin Lipinski. „Wie bei jeder Sportart.“

Worauf es bei Kaninchen ankommt

Fast 170 Kaninchen werden in der Sportarena des Adelheider Turnvereins von den Preisrichtern beurteilt. Sieben Kriterien gibt es, die meisten Punkte sind mit einem schönen Kopf, Typ und Fell zu holen. Aber auch Farbe und Pflegezustand spielen beispielsweise eine Rolle. Bis zu 150 Euro können prämierte Kaninchen kosten, verrät der Vereinsvorsitzende Wolfgang Gebauer.

Weil es sich um eine Vereinsschau handelt, stammen alle Tiere von Mitgliedern. „Das ist quasi die Vor-Auslese“, erklärt Gebauer. Mit den hochbewerteten Exemplaren stellen sich die Mitglieder den Wettbewerben auf höherer Ebene.

Die Lipinskis scheuen auch keine Europameisterschaften. „Nur, wenn die Masse da ist, kann man sich richtig vergleichen“, findet Kerstin Lipinski. Zu den Kaninchen ist sie über ihren Opa gekommen. „Ich kaufte mir dann einen großen Rammler“, erzählt sie lachend, „und war selbst erschrocken, wie riesig er wurde.“ Von der Halterin wurde sie dann zur Züchterin.

Das begeistert Züchter an ihrem Hobby

Über die Familie sind auch die Schwestern Rika, Ronja und Johanna Maria Offer zum Hobby gekommen. „Man lernt im Verein viel dazu“, erklären die Jungzüchterinnen. „Zum Beispiel, wie man sich richtig um die Tiere kümmert.“

Lipinski gefällt noch etwas anderes an dem Hobby: „Kaninchenzucht ist ein Kreislauf“, erklärt sie. So liefern die Tiere den Dünger für den Garten, in dem ihr Futter wächst. Kaninchen essen, das macht das Ehepaar nur selten. „Wenn die Tiere geschlachtet werden, sind wir quasi selbst schuld“, erklärt Lipinski. „Dann haben wir Fehler bei der Zucht gemacht.“

Neben dem Wettbewerb erfreuen sich die beiden auch einfach an den Tieren selbst. „Wenn wir im Garten sind, setzen wir uns gerne vor die Tiere und beobachten sie“, erzählt sie. „Und wenn sie krank sind, geht es uns auch schlecht.“