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Kapazitäten reichen zu Stoßzeiten nicht „Xavier“ zwingt Delbus zu ungewöhnlichen Maßnahmen

Von Thomas Breuer | 09.10.2017, 19:31 Uhr

Die Folgen des Sturmtiefs Xavier vom vergangenen Donnerstag halten auch die Delbus weiter in Atem.

Weil auf den Strecken im regionalen Schienenverkehr noch bis wenigstens Ende der Woche mit Einschränkungen und Behinderungen zu rechnen ist, sieht sich das Busunternehmen zu ungewöhnlichen Maßnahmen gezwungen. Wenn etwa im morgendlichen Berufsverkehr die Linien 201 und 204 auf unterschiedlichen Wegen Bremen-Huchting anfahren, sind die Fahrer gehalten, ungeachtet des derzeit großen Andrangs die Busse nicht bereits am Delmenhorster ZOB beziehungsweise am Roland-Center in Huchting bis auf den letzten Platz zu füllen. „Wir müssen auch noch Fahrgäste mitnehmen können, die an der Strecke auf uns warten“, sagte Delbus-Geschäftsführer Carsten Hoffmann auf Nachfrage.

Fahrgäste reagieren zum Teil verärgert

Patricia Wernick gehörte am Montagmorgen zu denen, die über dieses Prozedere verärgert waren. „Die Linie 204 um 7.15 Uhr war rappelvoll“, berichtete sie. Als Wernick eine Viertelstunde später die Linie 201 besteigen wollte, sei sie, wie auch andere, vom Busfahrer in der Tür mit verschränkten Armen abgewiesen und auf die kommende Verbindung der Linie 204 verwiesen worden. „Dabei gab es im Bus noch wenige freie Sitzplätze und auch Stehplätze“, ärgerte sich die Delmenhorsterin im Gespräch mit unserer Zeitung. Sie und andere potenzielle Fahrgäste stellten sich auch die Frage, warum die Delbus angesichts der besonderen Lage zu Stoßzeiten nicht mehr Busse einsetzt, etwa wenn die über Vechta aus Osnabrück kommende Nordwestbahn eintrifft.

„Im Großen und Ganzen ist es gut gelaufen“

Hoffmann bedauerte die Unannehmlichkeiten, sagte aber auch: „Wir sind nicht für den Schienenersatzverkehr zuständig und könnten dies auch gar nicht leisten.“ Es seien bereits Ersatzfahrzeuge zusätzlich im Einsatz, aber auch bei den Fahrern seien die Kapazitäten endlich. „Das ist eine Ausnahmesituation, wir fahren was geht“, so Hoffmann. „Für das, was am Montagmorgen am ZOB losgewesen ist, ist es im Großen und Ganzen gut gelaufen.“

Normalität wohl erst ab Montag, 16. Oktober

Um den Schienenersatzverkehr bemüht sich dieser Tage nach Kräften die Nordwestbahn. Zwischen Bremen und Oldenburg sind laut Sprecherin Stephanie Nölke sechs bis acht Busse im Einsatz: „Die fahren so oft hin und her, wie es geht.“ Das Problem: „Wir fahren zwar jeden regulären Zughalt an, können aber wegen der längeren Fahrzeiten keinen festen Fahrplan kommunizieren. Unsere Fahrgäste sind aufgerufen, etwas Geduld aufzubringen oder auf andere Verkehrsmittel umzusteigen.“ Auch wenn seit Montagnachmittag der Zugverkehr zwischen Hude und Nordenham wieder läuft: Für die Verbindungen zwischen Bremen und Oldenburg rechnet Nölke bis zum Wochenende nicht mit freier Fahrt. Am kommenden Montag, so ihre Einschätzung, könnte es wieder klappen.