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Kaserne in Adelheide Flüchtlinge feiern Sommerfest in Delmenhorst

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 19.08.2016, 19:42 Uhr

210 Flüchtlinge aus acht Nationen feierten am Freitag mit den Helfern in der Asylunterkunft in der Kaserne in Adelheide ein Sommerfest. Das „familiäre Miteinander“, von dem die Betreiber sprechen, war überall zu spüren.

Fröhlich toben Kinder auf der Hüpfburg, andere rutschen jubelnd eine Rutsche herunter oder spielen Fußball. Vor einem Zelt werden ein Grill und ein Kuchenbüffet vorbereitet. Die Sonne scheint am blauen Himmel über der Kaserne in Adelheide. Die Menschen lachen und unterhalten sich. Krieg und Zerstörung fühlen sich offensichtlich an diesem Nachmittag für die Flüchtlinge in der Asylunterkunft noch ein Stück weiter weg an.

Zufriedenheit und Vertrauen hergestellt

Am Freitag feierten die Bewohner der Kaserne gemeinsam mit den Helfern der Arbeiterwohlfahrt Delmenhorst ein Sommerfest. Auch Helfer anderer Organisationen wie der Diakonie oder dem Roten Kreuz waren eingeladen und wohnten den Feierlichkeiten bei. „Wir wünschen uns, dass sie das Gefühl haben, hier bei uns zu Hause zu sein“, richtete Oberbürgermeister Axel Jahnz (SPD) warme Worte an die Flüchtlinge in der Unterbringung. Dolmetscher übersetzten die Rede ins Kurdische, Arabische und in die persische Sprache Dari, die in Afghanistan gesprochen wird.

Die meisten der 210 Bewohner aus acht verschiedenen Herkunftsländern nahmen an der Feier auf dem Kasernengelände teil. Sie kommen unter anderem aus Syrien, Afghanistan oder dem Irak. „Wir haben uns gedacht, wir müssen mal etwas machen, wo wir gemeinsam feiern können“, erklärt Gabi Baumgart, Leiterin der Einrichtung. Seit Februar dieses Jahres sind dort Geflüchtete untergebracht. „Es war eine große Herausforderung, die verschiedenen Nationalitäten zusammenzuführen, eine Zufriedenheit herzustellen und Vertrauen aufzubauen“, sagt Baumgart.

Beschäftigung unterschiedlicher Art

Mittlerweile herrsche dort ein familiäres Miteinander. Die Flüchtlinge würden sich vertrauensvoll mit ihren Schicksalen an die Helfer wenden. Kleinere Meinungsverschiedenheit lösen Bewohner und Helfer gemeinsam. Auf dem Gelände befinden sich zahlreiche Spielorte für die rund 50 Kinder. Es gibt verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten bei den Hausmeisterarbeiten in und um die Gebäude oder bei der Essensausgabe.

Bei unterschiedlichen Sportangeboten, wie einer Walkinggruppe für Frauen arbeitet die Einrichtung eng mit den Delmenhorster Sportvereinen zusammen. Die Mannschaften dort würden die Flüchtlinge herzlich aufnehmen. Zwischen zwei Gebäuden haben die Bewohner einen Nutzgarten angelegt. „Alle Kinder, die schulpflichtig sind, sind mittlerweile eingeschult“, erklärt Harald Groth, erster Vorsitzender der AWO. Die Lage der Einrichtung neun Kilometer vom Delmenhorster Stadtzentrum entfernt, erscheint in Fragen der Teilhabe und Integration eher fragwürdig. Ein Shuttlebus stellt aber eine stündliche Anbindung in die Stadt sicher, dies wird laut AWO von den Flüchtlingen zahlreich genutzt.

Aktuell wird in einigen Gebäuden umgebaut, sodass irgendwann bis zu 600 Menschen in der Unterkunft leben und sich in den unterschiedlichen Komplexen selbstständig versorgen könnten. „Es passieren gute Dinge mit den Bewohnern und dem hiesigen Team“, stellt Harald Groth fest.