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Kaufhaus-Ruine Delmenhorster OB will endgültige Entscheidung bei Hertie

Von Michael Korn | 18.12.2018, 18:19 Uhr

Oberbürgermeister Axel Jahnz mahnt ein Ende der Diskussionen über den Hertie-Standort an. Bis März müsse entschieden werden, ob neu gebaut wird oder nicht.

In der Kontroverse um die zukünftige Gestaltung des Areals der Kaufhaus-Ruine von Ex-Hertie hat Oberbürgermeister Axel Jahnz eine endgültige Entscheidung in den nächsten Monaten angemahnt. Beim Stadtempfang am vergangenen Freitag bekräftigte der OB mit ungewohnt deutlichen Worten: „Jetzt ist auch alles gesagt, jetzt müssen Entscheidungen her. Nichts anderes gilt mehr. Nur noch zu diskutieren, heißt: Nichts auf den Weg zu bringen.“

Appell an Politik und Investor

Dies kann als Appell an die Ratspolitik, vor allem aber auch an den Investor gewertet werden, nach jahrelangem Stillstand endlich eine Neugestaltung an dem City-Standort anzugehen. Investor Werner Uhde (Deutsche Immobilien Holding) hatte der Verwaltungsspitze und führenden Ratsmitgliedern kürzlich eine veränderte Gebäudeplanung mit mehreren Alternativen vorgelegt. Dabei steht auch die Möglichkeit eines durchbrochenen Gebäuderiegels im Raum. So könnte eine Passage zwischen der Langen Straße und der Bebelstraße mit freiem Blick auf die Stadtkirche entstehen. Rechts und links könnten sich im Erdgeschoss einem der Entwürfe zufolge kleinere Ladenlokale ansiedeln. Die neuen Pläne sind bereits auf breite Zustimmung in der Ratspolitik gestoßen. Zuletzt hatte Uhde Pläne für die Wiederbelebung des Standorts als Kaufhaus zu den Akten gelegt. Ohne das von ihm geforderte Parkhaus am Vorwerk sei kein namhafter Modefilialist als Magnet zu bewegen, sich in der Delmenhorster Innenstadt anzusiedeln.

OB: Noch nichts perfekt

Oberbürgermeister Jahnz griff den Planungsstand bei Ex-Hertie beim Stadtempfang in seiner Eröffnungsrede auf. Wörtlich sagte er: „In der Innenstadt ist die Neupflasterung der Fußgängerzone abgeschlossen und diese Fußgängerzone ist uns gelungen. Es ist noch nichts perfekt aber wir werden weiter an unserer Innenstadt arbeiten. Zu Hertie: Das muss man aushalten, es dauert noch. Wir haben aber nach dem Sommer einen neuen Anfang gefunden zu einem neuen Gespräch. Und es steht als Alternative im Raum, sich damit zu beschäftigen: wird abgerissen oder wird nicht abgerissen? Einen Ankermieter zu finden, ist unheimlich schwierig. Und das gilt nicht nur für Delmenhorst, das gilt auch für andere Städte. Wir werden in der Politik im 1. Quartal 2019 darüber entscheiden und wir werden einen guten Weg finden.“

Leerstand seit 2009

Uhde will zusammen mit der Stadt und der Politik aus den Bauvarianten einen gemeinsamen Favoriten für die Realisierung auswählen. Erst dann mache eine Prüfung der Rahmenbedingungen Sinn, etwa der für einen (Teil-)Abriss entstehenden Kosten. Auch über die Möglichkeit, die über einen Städtebauvertrag zugesagten öffentlichen Fördergelder für das geänderte Projekt zu erhalten, könne erst dann konkret gesprochen werden. Die bestehende Immobilie steht seit dem Auszug von Hertie Anfang März 2009 leer. Im März 2015 hat die DIH sie gekauft.

Millionen-Subventionen

Für die Modernisierung und Instandsetzung der Kaufhaus-Immobilie sowie für den Abriss des alten Parkhauses waren insgesamt mehr als 14,5 Millionen Euro veranschlagt. Der Investor soll dafür Subventionen von bis zu 5,6 Millionen Euro erhalten. Wie sich diese Beträge bei einem Hertie-Abriss verändern, ist offen.