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Kausa-Servicestelle bilanziert 20 junge Delmenhorster in Ausbildung gebracht

Von Merlin Hinkelmann | 09.12.2016, 20:24 Uhr

Bei der Vorstellung ihres Jahresberichts hat die Kausa-Servicestelle eine positive Bilanz gezogen. 20 junge Menschen konnte die Koordinierungsstelle seit ihrer Gründung vermitteln.

„Das war ein ereignisreiches Jahr“, bringt es Philip Hanna auf den Punkt. Der Projektleiter der Kausa-Servicestelle in Delmenhorst stellte jetzt den Jahresbericht der Koordinierungsstelle vor – und zog eine positive Bilanz. Mitarbeiter und Kooperationspartner trafen sich an diesem Freitag zur Ergebnispräsentation in der Volkshochschule.

90 Menschen ließen sich in der Servicestelle beraten

Hanna ließ die „wichtigsten Aktivitäten“ der Servicestelle Revue passieren. „Wir sind in Betriebe gegangen und haben den jungen Leuten unterschiedliche Berufe gezeigt. Eine sehr wichtige Maßnahme.“ Auch die Elternseminare seien in diesem Jahr ein „zentrales Instrument“ gewesen, um das Thema berufliche Bildung weiter voranzubringen. „Ein Höhepunkt unserer Projektarbeit war natürlich das Azubi-Speeddating. Die Aktion kam hervorragend an.“ Der Projektleiter untermauerte seine Ausführungen mit konkreten Zahlen: 20 junge Menschen konnte die Kausa-Servicestelle seit ihrer Gründung 2015 vermitteln – in eine Ausbildung oder in ausbildungsvorbereitende Maßnahmen. „Das mag wenig klingen, ist aber ein großer und wichtiger Schritt.“ 90 Delmenhorster kamen in den knapp zwei Jahren zur Beratung in die Servicestelle.

Neue Herausforderungen durch Zuzug von Geflüchteten

Schwerpunktmäßig sprach Hanna über die neu entstandene Zielgruppe: Geflüchtete. Ursprünglich sei die Servicestelle 2015 gegründet worden, um Menschen mit Migrationshintergrund in die Arbeitswelt zu integrieren. Durch den Zuzug von Flüchtlingen nach Delmenhorst habe sich die Zielgruppe erweitert. „Diese Menschen sind in erster Linie Schutzsuchende. Aber sie können uns als neue Arbeitskräfte auch helfen, der demografischen Entwicklung entgegenzuwirken“, betonte Hanna. „Ein Nutzen für beide Seiten.“ Das neue Aufgabenfeld schaffe jedoch gleichzeitig neue Herausforderungen. „Den meisten Flüchtlingen ist die duale Ausbildung vollkommen fremd. Wir müssen ihnen unsere Arbeitswelt ganz genau erklären und die Chancen der betrieblichen Ausbildung aufzeigen. Das ist ein hartes Stück Arbeit.“ Gleichwohl halte er die Zielgruppenerweiterung für „uneingeschränkt sinnvoll“.

Hanna lobt Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern

Was plant die Kausa-Servicestelle für die Zukunft? „Wir wollen noch mehr Betriebe mit den Jugendlichen besichtigen“, erklärte Hanna; „und neue Formate entwickeln.“ In diesem Sinne will er 2017 eine interaktive Ausstellung zur Berufsorientierung anbieten. Dazu will die Servicestelle im kommenden Jahr erstmalig auch in Ganderkesee aktiv werden. Unerlässlich für den Erfolg der Arbeit seien die Kooperationspartner, darunter die Stadt, das Jobcenter, die Volkshochschule, Schulen und Unternehmen. Hanna bedankte sich bei den Partnern und schloss seine Rede mit einem arabischen Sprichwort: „Wer alleine arbeitet, addiert. Wer zusammen arbeitet, multipliziert.“