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Kay Ray in der Divarena Delmenhorster Zuschauer schämten sich für Komiker „Kay Ray“

Von Alexander. Schnackenburg, Alexander Schnackenburg | 22.04.2016, 21:30 Uhr

Fremdenfeindlich, rassistisch und beispiellos ordinär: Der „Komiker“ Kay Ray präsentierte sich in der Delmenhorster Divarena von einer schauerlichen Seite.

Allzu große Selbstzweifel quälen Kay Ray offensichtlich nicht. Da tritt der Alleinunterhalter am Donnerstagabend vor die rund 80 Zuschauer in der Divarena und klagt zu Beginn seines Programms „Yolo!“ erst einmal pauschal an: die Presse, weil diese ihm immer wieder – natürlich völlig zu Unrecht! – vorhalte, „unter der Gürtellinie“ zu agieren; und seine Kritiker, weil jene ihn gar „in die rechte Ecke gestellt“ hätten, selbstredend mangels Intelligenz. Beeindruckender aber als in den sodann folgenden gut drei Stunden hätte Kay Ray die Gescholtenen kaum bestätigen können.

Fremdenfeindliche Ressentiments

Mit einer Einschränkung allerdings: Niemand hat diesen Mann in die rechte Ecke gestellt – er hat sie sich vielmehr aus freien Stücken gesucht. Fremdenfeindliche Ressentiments ziehen sich wie ein roter Faden durch den Abend. Da reißt der „Komiker“ auf der Bühne einen billigen Witz nach dem anderen auf Kosten von Flüchtlingen. Und als wäre das alles noch nicht geschmacklos genug, vergleicht er auch noch die eigenen Exkremente mit dunkelhäutigen Menschen – alles unter dem Deckmantel des „Humors“.

Fäkalsprache nicht zitierfähig

Trotz der stattlichen Länge des Abends erscheint es kaum möglich, auch nur einen Satz aus seinem Mund zu zitieren. Denn seine Fäkalsprache stellt alles in den Schatten, was selbst hart gesottene Zuhörer von Deutschlands Comedy-Bühnen kennen, ganz gleich, ob er gerade über Erdogan, Angela Merkel, Politiker im Allgemeinen, die eigene Ehefrau im Besonderen oder über Gott und die Welt herzieht. Dieser Mann kann offenbar nichts und niemanden leiden. Dennoch lachen einige Zuschauer hin und wieder, anderen steht die Bestürzung über diese peinliche Vorstellung Kay Rays deutlich ins Gesicht geschrieben. Es ist, als schämten sie sich für ihn.

Bei früheren Auftritten, erzählt der Entertainer, habe er auf der Bühne Figuren aus seinem Penis geformt oder auch vor aller Augen in einen Eimer uriniert. So unschön das eine wie das andere sein mag: Es wäre besser gewesen als dieser Auftritt!