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Kay Ray kommt Comedy nach Fallbeil-Art in der Delmenhorster Divarena

Von Frederik Grabbe | 17.10.2018, 10:53 Uhr

Keine Rücksicht auf Verluste nimmt der Comedian Kay Ray diesen Freitag, 19. Oktober, in der Delmenhorster Divarena. Dann stellt er sein neues Programm „Wonach sieht’s denn aus?!?“ vor.

Wer Comedy nach Art des Fallbeils mag, die keine Rücksicht auf Verluste nimmt und wer gerne einmal jegliche politische Korrektheit über Bord gehen sieht, dem wird diese Woche in der Divarena beste Unterhaltung versprochen. Comedian Kay Ray, manchmal eher Kunstfigur als Kabarettist, steht am Freitag, 19. Oktober, 20 Uhr, mit seinem neuen Programm „Wonach sieht’s denn aus?!?“ auf der Bühne der Divarena. Rücksicht und Anteilnahme sind dann nicht zu erwarten.

An Selbstvertrauen mangelt es Kay Ray nicht

„Gegen Kay Rays Witz, Wut und Wildheit wirken viele seiner Kollegen wie Kleinkunstwerktätige und Comedyworkshop-Absolventen.“ Mit diesen Worten kündigt die Divarena den Auftritt des Comedians an. Und es wird deutlich: An Selbstvertrauen mangelt es dem Comedian ganz und gar nicht. So ist auch dieses Versprechen zu lesen: „Kay Ray ist ein Fest – Abend für Abend und immer wieder anders.“

Politisches Establishment wird durch den Fleischwolf gedreht

Und dass Kay Rays Art des Humors in Delmenhorst scheinbar gut ankommt, ist daran abzulesen, dass er nunmehr zum dritten Mal den Bühnenboden im Neuen Deichhorst betritt. Ein Markenzeichen mag sein, dass Kay Ray immer wieder unbequeme Themen anspricht, die er dann in seiner brachialen Art durch den Fleischwolf dreht. „So wie‘s aussieht, ist nichts mehr wie es war! Oder gab es schon mal 72 Jungfrauen im Himmel – wie auf Erden sogar 60 Geschlechter?“ Religiöse Fragen oder Geschlechteridentitäten werden am Freitag also durch den Kakao gezogen, genauso wie die politische Führungselite des Landes, die Groko, „deren erste Amtshandlung ihre Diätenerhöhung darstellt“. Mitunter darf, nein muss, mit krasser Wortwahl gerechnet werden. So wird die gerne einmal in der Kritik stehende grüne Politikerin Claudia Roth, immerhin Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, als „Horrorclown“ tituliert.

„Kay Ray wagt‘s und nicht scheint ihm heilig“

Auch gegen Flüchtlinge schießt Kay Ray, schließlich verlören diese gern ihren Pass, „doch ungern ihr Smartphone“. Möglich, dass dem Comedian in der Vergangenheit wegen solcher Witzeleien ein rechter Dreh unterstellt worden ist. Etwas, vor dem sich der provokative Künstler stets verwahrt hat. Aber so ist das eben, wenn man ohne Schmerzempfinden agiert: „Kay Ray wagt’s und nichts scheint ihm heilig, nur scheinheilig.“

Comedy-Branche muss die Köpfe einziehen

Und gerade weil das so ist, muss auch die eigene Branche die Köpfe einziehen: „Nachwuchs-Comedians sind so dick im Geschäft, als würden sie nach Gewicht engagiert“, wettert Kay Ray vorab. Ob damit Chris Tall gemeint ist? Auch der war einmal ein gern gesehener Gast in der Divarena. Wahrscheinlich ist es. Denn: „Alle kriegen sie ihr Fett weg! Kay Ray teilt aus nach allen Seiten, ohne Rücksicht auf Verluste und Zeitgeistbefindlichkeiten, ohne Angst vor Nazikeulenschwingern oder Applaus von der falschen Seite.“

Ob das nun Comedy oder Trash ist, Kabarett oder Klamauk, davon kann sich am Freitag jeder selbst überzeugen.