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Kein grünes Licht für AWO Debatte um Betrieb von Flüchtlingsunterkünften in Delmenhorst

Von Marco Julius | 04.02.2016, 07:44 Uhr

Soll die AWO auch künftig die Betreiberschaft für Gemeinschaftsunterkünfte von Flüchtlingen in Delmenhorst übernehmen? An der Frage scheiden sich die Geister.

Die Debatte um den Betrieb der Gemeinschaftsunterkünfte für Flüchtlinge ist im Sozialausschuss am frühen Mittwochabend nicht nur intensiv geführt worden, sondern hat auch eine Wendung genommen, die vordergründig so nicht erwartbar war.

Kosten von 1,7 Millionen

Vorgestellt wurden die Verträge, die seitens der Stadt mit der AWO geschlossen werden sollen. Fachbereichsleiter Rudolf Mattern berichtete von dem Kompromiss, der nach intensiven Verhandlungen geschlossen worden sei. Die AWO solle demnach bei Kosten von 1,7 Millionen Euro die Betreiberschaft für die Turnhallen an der Lessingstraße, der Holbeinstraße, der Weverstraße und am Stubbenweg ohne vorherige Ausschreibung übernehmen.

Mattern bringt Stadt ins Gespräch

Als Mattern aber im Laufe der Diskussion sagte, die Stadt könne die Betreiberschaft auch selbst übernehmen, AWO-Vollzeitkräfte einstellen und die Betreiberschaft am Ende günstiger als die AWO gewährleisten, hatten die Kritiker des Vertrages, die der Verwaltung auch mangelnden Informationsfluss vorwarfen, endgültig Oberwasser. Die Abstimmung wurde vertagt, Mattern soll nun bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses eine Aufstellung der Kosten erstellen, um Einsparpotenziale aufzuzeigen.

Zeit drängt

Dr. Harald Groth hatte für die AWO zuvor klar gemacht, dass die Zeit drängt, weil eine Rechtsgrundlage hermüsse. Den Kritikern des Vertrages warf er vor, das gute Image, das Delmenhorst in der Flüchtlingsbetreuung hat, zu zerstören.