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Keine Baugruppen in Delmenhorst Stadt soll Bauwillige nicht zusammenführen

Von Kai Hasse | 24.10.2018, 16:21 Uhr

Eine Möglichkeit, Bauwillige für gemeinsamen Wohnungsbau zusammenzuführen, soll es in Delmenhorst vonseiten der Stadt nicht geben. Das hat der Stadtrat entschieden. Ein entsprechender Vorschlag von Ratsfrau Eva Sassen ist gescheitert.

Weder bei der Stadt noch bei der Delmenhorster Wirtschaftsförderung dwfg soll es ein Bemühen geben, Bauwillige für gemeinsamen Wohnungsbau zusammenzuführen. Ein Antrag von Ratsfrau Eva Sassen (Freie Wähler/Bürgerforum/Unger) ist im Stadtrat mehrheitlich abgelehnt worden. Sassen hatte beantragt, dass Stadt oder – in einer späteren Version des Antrags – die dwfg eine Möglichkeit anbieten, die mögliche Bauherren zu sogenannten „Baugruppen“ vernetzt. Soll heißen: Mögliche Hausbauer, die beispielsweise aus finanziellen oder sozialen Gründen zusammen mit anderen Hausbauern zusammen ein Doppelhaus oder Reihenhaus finanzieren und beziehen wollen, sollen zusammengeführt werden – vergleichsweise mit einem „Schwarzen Brett“ samt Kontakt zum Kennenlernen, Planen des Baus und Start des Vorhabens. Sassen schlug dafür etwa Online-Einträge vor, bei der sich auf der Homepage der Stadt oder der dwfg Gleichgesinnte finden. Andere Städte würden diese Möglichkeit bereits nutzen, unter anderem auch Bremen.

Politiker sehen keinen Bedarf

Der Delmenhorster Rat ließ sich dazu hingegen nicht bewegen. CDU-Fraktionschef Kristof Ogonovski bescheinigte dem Vorschlag einen „gewissen Charme“, erklärte aber, dass es „weißgott nicht Arbeit der Stadt oder der dwfg ist, Menschen zusammenzubringen“. Gleichgesinnte könnten sich ebensogut in sozialen Netzwerken oder Schwarzen Brettern im Supermarkt zusammenfinden. Er sehe keinen Bedarf. Harald Schneewind (Grüne) erklärte, Baugruppen würden die Stadt sozial „bunter“ machen. In Bremen werde deshalb auf die bauwilligen Bürger zugegangen. Die SPD-Fraktionschefin und Aufsichtsratsvorsitzende der dwfg, Bettina Oestermann, wehrte sich dagegen, dass der dwfg die Arbeit verordnet werden solle. AfD-Fraktionschef Lothar Mandalka: „Die dwfg führt auch die Wirtschaft zusammen – warum nicht auch Bauwillige?“ Er schlug eine einjährige Probezeit vor. Sassen nahm den Vorschlag für ihren Antrag an und änderte ihn entsprechend.

Der Punkt wurde aber mehrheitlich abgelehnt. Grüne, AfD und Sassens Fraktion stimmten dafür, der Rest dagegen.