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Keine Entwarnung für SWD-Kunden Abkochgebot für Wasser in Delmenhorst gilt weiter

Von Heike Bentrup | 27.01.2015, 19:30 Uhr

Das Delmenhorster Trinkwasser ist nach wie vor mit E.coli-Bakterien belastet. Laut Stadtwerke weisen die jüngsten Messungen aber bereits bessere Werte auf. Gleichwohl gilt nach wie vor das Abkochgebot. Parallel wird das Wasser weiter gechlort.

Auf verbesserte Werte und eine entspanntere Lage haben die Stadtwerke Delmenhorst (SWD) am Dienstag angesichts der nach wie vor bestehenden Belastung des Trinkwassers vor Ort mit E.coli-Bakterien verwiesen. Laut SWD-Sprecherin Britta Fengler wurden in den jüngsten Proben zwischen einem Keim und sechs Keimen pro 100 Milliliter gemessen. „Da es hinsichtlich der Keime eine Null-Toleranz gibt, ist die Anzahl der Keime kein Entscheidungskriterium“, ergänzte Fengler.

Nur Gesundheitsamt kann Abkochgebot aufheben

Daher bestehe auch weiterhin das Abkochgebot. „Dieses kann nur durch das Gesundheitsamt aufgehoben werden“, so die Stadtwerke-Sprecherin. Unterdessen haben sich Delmenhorster im sozialen Netzwerk Facebook „genervt“ über das Gebot gezeigt. Andere äußerten sich besorgt darüber, dass das Wasser möglicherweise schon über einen längeren Zeitraum belastet sein könnte. So verwies ein dk-Leser auf die bei ihm bereits seit Anfang Dezember anhaltenden Magen- und Darmprobleme, die sich erst nach Einhaltung des am Wochenende erlassenen Abkochgebotes gebessert hätten. Eine Häufung von Magen- und Darmbeschwerden ist vor Ort nach Angaben von Klinikum-Sprecherin Mandy Lange und Thomas Breidenbach, Geschäftsführer des St.-Josef-Stifts, aber nicht feststellbar.

Laut Stadtwerke waren bei Routineuntersuchungen am Mittwoch vergangener Woche erstmals „geringfügige mikrobiologische Belastungen“ im Wasserwerk Annenheide festgestellt worden. Am Freitag bestätigte sich der Verdacht der Verunreinigung, woraufhin in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt mit der Chlorung des Wassers begonnen und ein Abkochgebot erlassen wurde. Endgültig bestätigt wurde der E.coli-Befund im Trinkwasser der SWD am Samstag.

Mehrere Faktoren führen zu Belastungen

Bei den Stadtwerken läuft laut der SWD-Sprecherin derzeit alles auf Hochtouren, um wieder einwandfreies und unbelastetes Wasser an die Kunden liefern zu können. „Das hat Priorität“, unterstreicht Fengler. Ursächlich für die Verunreinigung seien aller Voraussicht nach drei Faktoren. „Zum hohen Grundwasserspiegel kamen starke Regenfälle sowie milde Temperaturen, die dazu führten, dass Vieh auf den Weiden nahe des inzwischen geschlossenen Brunnens 1 in Stuhr weidete“, so Fengler. Dadurch seien Keime aus dem Kot der Tiere in das Grundwasser gelangt. Für das Zusammenspiel dieser Faktoren sei niemand haftbar zu machen, hieß es.