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Keine neuen Kündigungen Delmenhorster Linoleumwerk sieht sich auf Kurs bis 2019

Von Thomas Breuer | 07.03.2017, 20:09 Uhr

Mit DLW Flooring soll am Markt weiter zu rechnen sein. Dafür ist seit 1. März auch ein neuer Vorsitzender der Geschäftsführung im Unternehmen.

Die DLW Flooring GmbH mit Standorten in Delmenhorst und Bietigheim hat die finanzielle Grundlage für die laufende Neuausrichtung des Unternehmens mit seinen gut 700 Beschäftigten, davon rund 270 in Delmenhorst, bis Anfang 2019 gesichert. Darüber ist am Dienstagnachmittag vor Ort in einer Mitarbeiterversammlung informiert worden.

Belegschaft leistet erneut einen Verzicht

Die wichtigsten Eckpfeiler für Delmenhorst: Abbau der mehr als ein Dutzend Leasingkräfte im Linoleumwerk, Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen im genannten Zeitraum und Verzicht der Belegschaft auf die laut Flächentarifvertrag zustehende Lohnerhöhung von 1,5 Prozent im laufenden Jahr, womit sich die Einbußen gegenüber dem Tarif dann auf 5,8 Prozent belaufen.

Betriebsrat Frank Heyna sagte nach der Versammlung, die neuen Nachrichten über die Vereinbarungen zwischen Geschäftsführung und Gesamtbetriebsrat seien nach den zurückliegenden wechselvollen Jahren, die Ende 2014 in einen Insolvenzantrag von Armstrong DLW mündeten, gut aufgenommen worden. Hatte der Einstieg der niederländischen Fields Group Mitte 2015 , aus dem die DLW Flooring hervorging, in Delmenhorst noch einige Dutzend Arbeitsplätze gekostet , seien auf Sicht keine weiteren Einbußen geplant.

„Wir wollen und nicht totsparen“

„Es geht nicht um personellen Kahlschlag, wir wollen uns nicht totsparen“, stellte auch Hans-Norbert Topp, Vorsitzender der Geschäftsführung, nach der Versammlung im Gespräch mit unserer Zeitung heraus. Er ist erst seit 1. März im Unternehmen, einer Pressemitteilung spricht DLW Flooring von einem „erfahrenen Manager für Wachstum und Optimierung“.

Laut Eigensdarstellung hat sich die DLW Flooring im ersten vollen Geschäftsjahr 2016 erfolgreich verselbstständigt und wirtschaftlich gut entwickelt. Nach Konzepten zur Stärkung von Wettbewerbsfähigkeit und Rentabilität setzte das Unternehmen nun auf eine neue Strategie der „Optimierung von Strukturen und Prozessen“ sowie ein neues Vertriebskonzept.

Weichen sollen auf Wachstum gestellt werden

Geschäftsführung und Betriebsrat wollen Neuausrichtung als Signal verstanden wissen, dass mit DLW weiter zu rechnen ist. Zwar sind die Produktionsanlagen in Delmenhorst derzeit nicht voll ausgelastet, ziel ist laut Betriebsrat Heyna aber, die Weichen auf Wachstum zu stellen.

Das soll sich auch für die Mitarbeiter lohnen. So soll der Verzicht auf die 1,5-prozentige Lohnsteigerung, für den die Geschäftsführung laut Topp sehr dankbar ist, 2018 zurückgenommen werden. Heyna hofft gar, dass 2019 das allgemeine Tarifniveau wieder erreicht werden kann.