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„Keine Zwangsversteigerung“ Delmenhorst: Hertie-Investor sieht Projekt auf gutem Weg

Von Katja Butschbach | 28.01.2016, 08:42 Uhr

Am kommenden Montag, 1. Februar 2016, reicht der Hertie-Investor seinen Maßnahmenkatalog bei der Stadt Delmenhorst ein, danach muss die Politik entscheiden. Die Zukunft der östlichen Innenstadt wird vielfach positiv gesehen.

Am Montag, 1. Februar, will der Hertie-Investor Deutsche Immobilien Holding AG (DIH) die Unterlagen für den Städtebaulichen Vertrag für die Hertie-Immobilie bei der Stadt einreichen: „Wir sind auf einem guten Weg“, zeigte sich DIH-Aufsichtsratsvorsitzender Werner Uhde optimistisch. Allerdings brauche man öffentliche Mittel; im Laufe des Monats Februar müsse die Politik entscheiden. Was sich in der Politik tut, ist entscheidend dafür, ob das Projekt voranschreitet.

Rücktrittsrecht bis zum 2. März

Bis zum 2. März hat der Investor noch ein Rücktrittsrecht. Der Maßnahmenkatalog umfasst etwa, wie die Flächen aussehen und was die Pläne kosten. Zum finanziellen Aspekt wollte sich Uhde gestern noch nicht äußern.

Zu einer im Internet für den 15. März angekündigten Zwangsversteigerung der Immobilie erklärte Uhde, dass er davon vor einigen Wochen erfahren habe und selbst irritiert gewesen sei. Hintergrund seien von ihm zwar gezahlte, aber dann nicht an die Stadt weitergeleitete Grundsteuern. Sebastian Mogos-Lindemann von der mit dem Hertie-Verkauf beauftragten CR Investment Management GmbH in Berlin sagte: „Es wird nicht zu einer Zwangsversteigerung kommen.“

„Es ist derzeit alles im Fluss“

Zum aktuellen Stand erklärte Mogos-Lindemann: „Wir sind zuversichtlich, dass das was wird.“ Der Delmenhorster Wirtschaftsförderer Axel Langnau bestätigte: „Es ist derzeit alles im Fluss. Die Hausaufgaben sind gemacht.“ Er sehe der Zukunft optimistisch entgegen.

Christian Wüstner, Sprecher der City-Kaufleute, sieht in Uhde den richtigen Investor: „Er hat Ahnung von der Materie – und ein Herz für Delmenhorst.“ Zwar sei jeder für sein Geschäft in der Innenstadt selbst verantwortlich, jedoch „wissen wir, dass ein großer Mitspieler ein großer Magnet sein kann“. „Im Moment warten die meisten auf Hertie.“ Generell sei der Bereich durch neue Geschäfte und den erwarteten Zuzug eines Kinderarztes aufgewertet.

„Die Stadt ist völlig unterbewertet“

„Die Stadt ist völlig unterbewertet“, findet Andreas Vogler, Geschäftsführender Gesellschafter von Kristensen Invest: Der Firma gehört das ehemalige Volksbank-Gebäude im östlichen Teil der Langen Straße. Hier solle neben dem bereits vorhandenen Herrenausstatter ein weiteres hochwertiges Geschäft eröffnen. Am früheren Dresdner-Bank-Gebäude gegenüber von Hertie sei er weiter interessiert, aber der Preis sei zu hoch. Der östliche Teil der Langen Straße sei „im Dornröschenschlaf“. „Hertie wird kommen, davon bin ich überzeugt“, sagt Vogler.

City-Point würde profitieren

Treffe dies ein, so profitiere davon auch der City-Point: Das erklärt Immobilienmakler Hermann Mahlstedt. Im City-Point gebe es acht Leerstände. „Sobald das Hertie-Gebäude lebt“, so Mahlstedt, komme wieder Leben in den City-Point.