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Kerzenleuchten in Delmenhorst Angehörige gedenken ihrer verstorbenen Kinder im JHD

Von Johannes Giewald, Johannes Giewald | 13.12.2016, 11:18 Uhr

„Es ist der Versuch, den Angehörigen so Hoffnung zu geben, dass es weiter geht“, sagte Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer. Am Sonntag haben weltweit Familien zum jährlichen Gedenktag ihrer verstorbenen Kinder gedacht – auch in

Gerade zur Weihnachtszeit wiegt die Trauer um das verlorene Kind noch schwerer. Um den Angehörigen in diesem Moment beizustehen und ihnen einen Halt zu geben, hat Pastorin Sabine Spieker-Lauhöfer am Sonntag mit Angehörigen im Josef-Hospital eine Andacht gehalten. „Ein Licht für dich“ lautete der Titel dieses Zusammenkommens an der Eltern und Großeltern verstorbener Delmenhorster Kinder teilnahmen.

Alles bewusst durchleben

„Manche Familien kommen jedes Jahr wieder“, sagte Pastorin Spieker-Lauhöfer. Für andere wiederum ist es das erste Mal. Genau wie es das erste Weihnachten ist, das in diesem Jahr ohne den Sohn oder die Tochter verbracht wird. „Alles ist das erste Mal. Es kommt darauf an, alles bewusst zu durchleben und die Trauer zuzulassen“, sagte die Geistliche.

Initiative seit den 90er Jahren

Die Initiative Weltweites Kerzenleuchten hat den Gedenktag an jedem zweiten Dezembersonntag Mitte der 90er Jahre ins Leben gerufen, seit einigen Jahren werden die Angehörigen verstorbener Kinder auch in Delmenhorst persönlich angeschrieben und zu der Gedenkstunde eingeladen.

Bei Musik und gelesenen Texten hatten die Familien die Möglichkeit innezuhalten. Pastorin Spieker-Lauhöfer las die Namen der verstorbenen Kinder vor. Um Mut bei den anwesenden Eltern hervorzurufen, projizierte sie wie zuletzt bei der Trauerfeier für die Eltern von Sternenkindern die Trauer in das Bild des Schmetterlings . Die Eltern und Großeltern hatten zu Beginn die Namen ihrer Kinder auf ein Schmetterlingspapier geschrieben und eine Kerze angezündet.

Jeder ist willkommen

Sabine Spieker-Lauhöfer unterstützt die Eltern, „dass sie ins Leben zurückkehren können.“ Im Anschluss an die Andacht lud sie die Familien in das Konferenzzimmer des Josef-Hospitals ein, um ihnen in Gesprächen Raum zu geben, das Erlebte zu verarbeiten. Die jährliche Andacht richtet sich nicht nur an Eltern: „Jeder kann kommen“, sagt Spieker-Lauhöfer.