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Kinder basteln Zukunftsmodelle Vom Delmenhorster Wollepark in den Weltraum

10.04.2015, 00:16 Uhr

In dem Projekt „Mein Wollepark“ präsentieren Kinder Wünsche für ihr direktes Lebensumfeld. Ab Sonntag werden die Ergebnisse gezeigt.

Der kleine Aaron hat wohl die abgefahrenste Idee, wenn es um Kinderwünsche für die Zukunft des Wolleparks geht. Der Neunjährige wünscht sich eine Landestation für Raumschiffe mitten im Park, eine Station, an der auch die Jedi-Ritter Halt machen können.

Aaron gehört zu den neun Kindern, die am einwöchigen Kinderkulturprojekt „Mein Wollepark“ teilnehmen. In dem gemeinsamen Projekt des Nordwestdeutschen Museums für Industriekultur, des Jugendhauses Hütte Sachsenstraße und des Nachbarschaftszentrums Wollepark erkunden die Kinder den Wollepark als ihr direkte Lebensumfeld. „Wir haben uns mit den Kindern zunächst großformatige Fotos von vor 100 Jahren angesehen“, erläutert Museumspädagogin Jana Harriefeld. Die Fotos zeigen den prächtigen Park, der einst als Privatgarten der Familie Lahusen angelegt wurde, die bis 1931 die Fabrik der angrenzenden Norddeutschen Wollkämmerei & Kammgarnspinnerei geleitet hat.

Seitdem hat sich natürlich einiges getan, in den siebziger Jahren baute die „Neue Heimat“ mehrstöckige Wohnblocks in den Park und veränderte ihn damit grundlegend. „Kinder und Jugendliche waren in diesen Prozess – wie so oft – nicht eingebunden“, sagt Harriefeld. Im Projekt „Mein Wollepark“ sind die Kinder aufgefordert, Ideen und Wünsche an die Gestaltung des Parks zu entwickeln und diese als Modell zu basteln. Alle Kinder sind regelmäßige Besucher des Jugendhauses Hütte, der Wollepark ist ihr Zuhause. Da sprudeln die Ideen. „Es sind tolle Modelle entstanden“, sagt Gernot Witt vom Jugendhaus.

Aarons Raumstation etwa – oder die Laser-Tag-Arena, die sich der zehnjährige Alper hat einfallen lassen. „Da können sich Kinder in einem Wettbewerb mit Laser-Gewehren austoben“, sagt er. Die zehnjährige Esma wünscht sich einen großen Spielplatz, mit Seilbahn, Röhrenrutsche und allem, was dazu gehört. „Es sollte mehr für Kinder gemacht werden“, sagt sie.

Insgesamt haben sich neun Kinder an dem Projekt beteiligt. Sie sind schon aufgeregt, denn am Sonntag, 12. April, 10 Uhr, öffnet die Ausstellung im Turbinenraum des Museums, die alle Modelle und Pläne für traumhafte Kinderwunschplätze im Wollepark zeigt. Die Kinder hoffen auf viele Gäste, die Ausstellung bleibt eine Woche geöffnet.

Das Projekt „Mein Wollepark“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.