Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kinder bringen den Segen Sternsinger unterwegs in Delmenhorst

Von Alexander Schnackenburg | 10.01.2016, 16:33 Uhr

Die „Heiligen Drei Könige“ zogen am Sonntag Spenden sammelnd durch die Stadt. Allein die St.-Marien-Gemeinde schickte 55 Kinder ins Rennen – das dk hat drei von ihnen begleitet.

„Also: Die meisten Leute sind sehr freundlich, aber wenn man unangekündigt kommt, doch nicht immer ganz so freundlich“, schickt Sonja voraus. Die 14-jährige weiß, wovon sie redet: Sie ist bereits zum fünften Mal als Sternsinger unterwegs.

St. Marien stellt 55 Sternsinger

An diesem Sonntag braucht sich Sonja indes nicht zu sorgen: Jörg Weischenberg und Volker Petersitzke, die das Sternsingen der Kinder für die St.-Marien-Gemeinde organisieren, steuern nur solche Haushalte an, welche ausdrücklich um den Besuch der „Heiligen Drei Könige“ gebeten haben. Und das sind nicht wenige: Immerhin 325 Adresse fahren die 55 Sternsinger der katholischen St.-Marien-Gemeinde, auf neun Autos und Kleinbusse verteilt, mit ihren Betreuern ab.

Sonja fährt mit den neunjährigen Leonie und Luisa in einem Bus. Wer von den Dreien den Melchior, wer den Kaspar und wer Balthasar gibt, bleibt trotz kurzer Diskussion unklar. Nur dass keines der Mädchen Melchior sein möchte, steht fest. „Jede ist von jedem König ein bisschen“, erklärt Weischenberg schließlich salomonisch vom Lenkrad aus, und alle sind zufrieden.

Mit Liedern und Gedichten

Um schnell noch einmal das Lied und das Gedicht zu proben, ist es leider schon zu spät, konstatiert Julia Scholtyssek, die Betreuerin der Mädchen, etwas besorgt. Denn schon haben die „Könige“ ihr erstes Ziel erreicht. Eine – in der Tat sehr freundliche! – ältere Dame öffnet die Tür. Und siehe da: Sonja, Leonie und Luisa beherrschen den „Stern über Bethlehem“ ebenso wie das Gedicht „Öffnet das Haus, und öffnet das Tor!...“. Reichlich Süßigkeiten und einige Scheine für die Spendendose sind der Lohn. Dieses Jahr fließt der Erlös des Dreikönigssingens vor allem armen Kindern in Bolivien zu.

Dose muss klappern

Auch an der zweiten Haustür des Tages öffnet eine ältere Dame die Tür. Auch sie freut sich augenscheinlich sehr über den Besuch der Kinder und über den kleinen musikalischen Vortrag. Viel Zeit aber hat sie nicht, freut sich über den Segen für das neue Jahr, den Weischenberg über ihrer Wohnungstür anbringt, und wünscht auch schon alles Gute. Da auch sie „nur“ Scheine und Süßigkeiten für die Kinder parat hat, erleben die drei bei ihrem dritten Besuch eine Überraschung: Dieses Mal öffnet ein Herr, füllt den Süßigkeiten-Beutel der Mädchen kräftig auf, formuliert dann aber Kritik: „Die Dose muss doch klappern!“, sagt er resolut – und steckt neben Scheinen auch ein paar Münzen Büchse.

Delmenhorster stets großzügig

Die Großzügigkeit der Delmenhorster zum Dreikönigssingen hat übrigens Tradition. So hätten allein die Sternsinger der St.-Marien-Gemeinde voriges Jahr rund 8700 Euro gesammelt, berichtet Pastoralreferentin Sabine Ciomber-Günther nicht ganz ohne Stolz.