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Kinderwunschbaum in Delmenhorst 1500-fach „High Five“ mit dem Weihnachtsmann

Von Kai Hasse | 10.12.2018, 18:33 Uhr

Etwa 100 Kinder haben die ersten Geschenke des Kinderwunschbaums bekommen. Der Weihnachtsmann verteilte die ersten Geschenke der Aktion, bei der 1500 Kinder aus sozial schwachen Familien unterstützt werden. Für manches Kind sind Geschenke aber auch nicht alles.

Mit schmetternden „Weihnachtsbäckerei“-Versen haben etwa 100 Kinder nun zusammen mit dem Weihnachtsmann die Bescherung des Kinderwunschbaum eingeläutet. Die ersten Geschenke sind verteilt worden. Dabei ging es den Kindern nicht unbedingt nur um die Geschenke.

Die „Latzhosen“ heizen ein

1500 Kinderwünsche haben die Delmenhorster mit der „Kinderwunschbaum-Aktion erfüllt. Mit Spenden und eingeschickten Geschenken hat die Stadt die Bescherung organisiert, die nun im Familienzentrum Villa eröffnet wurde. Oberbürgermeister Axel Jahnz dankte den Spendern, die die Freude „für ganz tolle Kinder aus Delmenhorst“ möglich gemacht hatte. Er und die Kinder-Animatorengruppe „Latzhosen“ um Markus Weise riefen schließlich den Weihnachtsmann in den großen Saal. Die Kinder stimmten ihn mit dem Kinder-Mega-Evergreen „In der Weihnachtsbäckerei“ gütig, und er begann mit der Übergabe der Geschenke.

Zerfetzen von Geschenkpapier

Schon seit Monaten wurden Geschenke im Kinderservicebüro gesammelt, ebenso wie Spenden, mit denen dann die eingeschickten Wünsche von sozial schwachen Familien besorgt wurden. Seit September gab es dazu außerdem viele Benefiz-Veranstaltungen von den Delmenhorster Musikfreunden, ein Poetry-Slam, vom Duo E&E, einen Varieté-Abend oder eine Kabarettistische Autorenlesung mit Krischan Koch. Das THW half bei der Arbeit mit den Geschenken. Das Ergebnis war schließlich freudvolles Rascheln und Zerfetzen von Geschenkpapier, als dann schließlich in einer ersten Runde alle Geschenke verteilt waren. Strahlende Kinder liefen zum Weihnachtsmann und gaben ihm „High-Five“. Sie gehören zu den etwa 30 Prozent der Delmenhorster Kinder, die unter der Armutsgrenze leben.

Viel Arbeit beim Aufbau

Das Hinarbeiten auf diesen Tag hat viel Kraft gekostet, bei allen Beteiligten. Karin Wiegmann, Leiterin des Kinderservicebüros, genießt einen Moment Ruhe nach der ersten Bescherungs-Runde. Mehrere Überstunden habe das Team daran gearbeitet, dass ein mannshoher Geschenkeberg im Familienzentrum steht und verteilt werden kann. Zum Teil mit Sorgen: Die Post hat sich mit einigen Geschenken Zeit gelassen, sodass Wiegmann etwas bangen musste. „Da fragt man sich dann schon für einen Moment, warum man sich das antut“, sagt sie. Aber: „Wenn sich dann hier im Saal die Kinder so sehr freuen, dann weiß man wieder, wofür man das macht.“

Keine großen Sprünge für Alleinerziehende

Zu den Beschenkten gehörten auch Robin (8) und Lennart (6). Sie freuen sich über Spieleboxen von Lego und Playmobil. Mutter Bianca Bierbaum freut sich, dass die beiden sich freuen. „Es ist schön, wenn sie ein Teil haben, das sie sich wirklich gewünscht haben“, sagt sie. Sie selbst hat nicht viel übrig, um den beiden zu Weihnachten etwas zu bieten. Sie hat drei Kinder, ist alleinerziehend, hat gelegentlich Putzjobs, sonst ist sie beim Jobcenter. „Pro Kind bleiben zu Weihnachten etwa 30 Euro“, sagt sie. Damit kann man keine großen Sprünge machen. Ruhe und Gemeinsamkeit müssen zu Weihnachten hart erarbeitet werden. Es ist eher stressig, sagt sie. „Job, Kinder.“ Es bleibt nicht immer die Besinnlichkeit, die man sich wünschen würde. Und die Kinder? Die sind recht fröhlich. Der jüngere Lennart freut sich zu Weihnachten hauptsächlich über Geschenke. Robin sieht schon darüber hinaus: „Wichtig ist, dass man das Fest schön feiern kann – und ein paar Geschenke hat“, sagt er, „und dass die ganze Familie zusammen ist.“