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Kindesbetreuung in Delmenhorst Elternvertreter sehen „eklatanten Fachkräftemangel“ in Horten

Von Frederik Grabbe | 18.07.2016, 18:04 Uhr

Zwischen Fachkräftemangel und wenigen Transportmöglichkeiten: Der Stadtelternrat für Kitas sieht einen eklatanten Mangel in der Kinderbetreuung nach der Einschulung.

Zu wenig Fachkräfte, zu wenig Räume: Der Stadtelternrat der Kindertagesstätten beklagt einen eklatanten Mangel in der Nachmittagsbetreuung an Schulen und in Horten. Diese stehe im krassen Gegensatz zu den Angeboten der Ganztagsbetreuung in Kitas und Krippen. Dies teilt der Vorsitzende des Stadtelternrats der Kitas Marco Roselius mit. Wie er in einer Mitteilung schreibt, sei dieses Problem nun bei einem Treffen mit Verwaltungs-, Stadtrats- und Trägervertretern sowie mit der Arbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege erörtert worden.

„Eltern arbeiten wieder früher, in der Grundschule fehlt die Betreuung“

Das Problem besteht laut Roselius darin, dass viele Eltern durch den Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz beginnen, früher in Vollzeit zu arbeiten. „Bis zur Einschulung der Kinder ist die Nachmittagsbetreuung unproblematisch, da es ausreichend Betreuungsangebote für diese Altersgruppe gibt. Die Nachmittagsbetreuung in der Ganztagsschule oder im Hort hingegen kann diesen vermehrten Bedarf derzeit nicht decken.“ Gründe hierfür seien vielfältig, doch der Verwaltung fehlten den Schulen, so Roselius, Räume und Personal. (Stadtelternelternrat Kitas stellt Ziele für 2016 vor)

Fachkräftemangel und kaum Transportmöglichkeiten

Ferner sei der Fachkräftemangel der Träger, die für die Nachmittagsbetreuung zuständig sind, „eklatant“, so der Elternratsvorsitzende. Besonders fehle es an Erziehern und Sozialassistenten. Ein weiterer Problempunkt für Eltern sei die Frage des Transports: Horte lägen oft mehrere Kilometer von den Grundschulen entfernt, „für die Eltern bleibt nur der Transport der Kinder durch ein Taxi-Unternehmen“, so Roselius. Da die Stadt einen solchen Transport nicht fördere, will sich der Stadtelternrat für Kindertagesstätten zusammen mit jenem für Schulen bei Grundschulleiterinnen und -Leitern dafür einsetzen, den Ausbau der Nachmittagsbetreuung voranzutreiben.