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Kiosk an der Syker Straße „Klein-Karstadt“ in Delmenhorst lässt keine Wünsche offen

Von Britta Buntemeyer | 23.06.2015, 19:39 Uhr

Blanka Wasmann ist Pächterin des kleinen Ladens, der bei vielen wegen seines vielfältigen Angebots als „Klein-Karstadt“ bekannt ist. Im Kiosk steht sie jeden Tag.

Das Shampoo für die morgendliche Dusche, die Zeitung für den Frühstückstisch, Sahne für den Kuchen am Nachmittag, Zigaretten, Bonbons, Kaffee, Kartoffeln vom Bauernhof und natürlich die bunte Tüte: Der Kiosk Syker Straße, an der Ecke Schollendamm, bietet seit mehreren Jahrzehnten allerlei für den täglichen Gebrauch. Für viele ist er daher auch als „Klein Karstadt“ bekannt und beliebt. Seit März vergangenen Jahres hat Blanka Wasmann den Kiosk gepachtet. Die vorherigen Betreiber hatten ihn aus zeitlichen Gründen abgegeben. Nachdem er ein paar Monate geschlossen war, nahm ihn Wasmann in ihre Hände – und machte klar Schiff. „Am Anfang brauchte ich erst einmal fleißige Handwerker“, erzählt die 37-Jährige. So Einiges musste renoviert werden.

Inoffizieller Name musste bleiben

Dann ging es ans Angebot. „Klein-Karstadt“ sollte weiterhin seinem inoffiziellen Namen alle Ehre machen. „Lotto ist auch ganz wichtig“, weiß die Pächterin. Auch einen Hermes Paketshop gibt es unter dem Dach des Kiosks. Am meisten wandern Zigaretten, Bonbons und Eis über den Verkaufstresen.

Hobby für den Lebensunterhalt

Blanka Wasmann steht jeden Tag in ihrem Kiosk. Montag bis Freitag von 5 bis 21 Uhr, samstags ab halb 7, sonntags ab halb 8. Eine Aushilfe springt ein, wenn die Chefin einmal krank ist oder wenn etwas Wichtiges bei den Kindern ansteht. Kiosk, ein Knochenjob? „Ich sehe es eher als Hobby“, sagt Wasmann. „Und meine Motivation sind meine Kinder, meine Familie. Man möchte ihnen und sich selbst Träume erfüllen. Gerade bei der Bildung muss man viel investieren heutzutage.“

Ein Stückchen kleine, heile Welt

Bevor sie den Kiosk übernahm, war Wasmann im Gastgewerbe tätig. Auch Erfahrungen im Kiosk hatte sie zuvor ein Jahr lang gesammelt. „Ich liebe den Umgang mit den Menschen“, sagt sie. „Ich nehme Anteil an ihren Schicksalen, habe nette und persönliche Kontakte. Ich höre Schlimmes, aber auch Schönes.“ Kiosk, das ist für Blanka Wasmann auch ein Stückchen kleine, heile Welt. „Viele verbinden damit Kindheitserinnerungen. Ich habe viele Kunden, die schon als Kinder hier waren.“

„Wie mein kleines Baby“

Eine regelmäßige Aushilfe möchte die Pächterin bislang nicht einstellen. „Das ist auch immer eine Frage des Abgebens“, sagt sie. „Der Kiosk ist wie mein kleines Baby. Da muss man schon viel Vertrauen haben.“ Auch einen „richtigen“ Namen soll das Baby nicht bekommen. Aber selbst wenn, „Klein Karstadt“ wird es für viele immer bleiben.