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Kirchen in Delmenhorst und Ganderkesee Pfarrgemeinde St. Marien will eine Einheit werden

Von Lennart Bonk | 17.01.2019, 13:56 Uhr

Delmenhorst/Ganderkesee/Vechta. „Eine Pfarrei“ lautet der Leitgedanke, den das St.-Marien-Leitungsgremium bei einer Klausurtagung erarbeitet hat. Die einzelnen Gemeinden sollen künftig mehr kooperieren.

Kräfte bündeln und als Pfarrei zusammenwachsen: Diese Ziele haben die Mitglieder des Pfarreirates St. Marien bei ihrer ersten Klausurtagung nach dem Pfarrerwechsel festgelegt. Vor wenigen Tagen reisten die Pfarreiräte zu der Klausurtagung nach Vechta, um dort die Schwerpunkte der Arbeit für die nächsten Jahre festzulegen. Am Ende der zweittägigen Klausur kristallisierte sich als übergeordneter Leitgedanke „eine Pfarrei“ heraus. „Dahinter verbirgt sich, dass der Pfarreirat und möglichst viele Gemeindemitglieder und –gruppen die gesamte Pfarrei St. Marien im Blick haben sollen“, erläutert Guido Wachtel, der seit September 2018 als leitender Pfarrer in der Pfarrei tätig ist.

Gemeindeteile sollen sich gegenseitig unterstützen

Dazu gehört auch, den Informationsfluss und die gegenseitige Unterstützung zwischen den sechs Gemeindeteilen in Delmenhorst und Ganderkesee zu verbessern und gemeinsam nach außen neue Impulse zu setzen. Die Öffentlichkeitsarbeit und allgemeine Arbeitsabläufe fallen ebenfalls darunter. Insbesondere die konstruktive Arbeitsatmosphäre habe die Beteiligten positiv gestimmt. „Wir haben gute Prioritäten setzen und die Ideen strukturieren können“, bilanzierte Wachtel. Die in Vechta erarbeiteten Ideen sollen nun bei einem Treffen mit den Gemeinderäten am 23. März vorgestellt und weiter ausgearbeitet werden.

Klausurtagung bringt überraschende Erkenntnisse

Die Klausurtagung beschäftigte sich außerdem mit der Auswertung der Rückmeldungen zum lokalen Pastoralplan. Vertreter des Offizialates hatten im November den Leitungsgremien der Kirchengemeinde Bericht erstattet. Dabei überraschte die Teilnehmer, dass die Christen aller Konfessionen in Delmenhorst und Ganderkesee mittlerweile rund 50 Prozent der Bevölkerung ausmachen. „Es überraschte aber auch zu entdecken, dass die Kirchengemeinde St. Marien nach der Fusion im Jahr 2005 beziehungsweise 2015 mit über 13.000 Mitgliedern eine der größten sozialen Gruppen in den beiden Kommunen ist“, berichtet Wachtel.

Studie im Fokus

Ferner standen bei der Tagung die Ergebnisse der Sinus-Milieu-Studie auf dem Programm. Die Studie beschreibt laut dem leitenden Pfarrer, wie die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen in Gesellschaft und Kirchengemeinde „ticken“ und welche Erwartungen sie „an die Kirche“ haben. Die Mitglieder des Pfarreirates machten sich daran, alle Informationen und Ideen zu bündeln und Schwerpunkte für die nächsten Jahre festzulegen.

Wachtel: „Absprache und Kooperation sind angesagt“

Diese sollen unter dem Leitwort „eine Pfarrei“ stehen. „Wir brauchen als Haupt- und Ehrenamtliche einen guten Blick füreinander – auch über frühere Gemeindegrenzen hinweg und müssen sehen, wo wir uns gegenseitig stützen und entlasten können“, so Wachtel. „Oder anders gesagt: Wir können in unserer Pfarrei viele Dinge tun und anbieten, aber aufgrund fehlender Ressourcen nicht alles überall oder zeitgleich in allen Gemeindeteilen. Absprache und Kooperation sind angesagt.“