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Klagen über finanzielle Situation Delmenhorster Kultureinrichtungen am Limit

Von Marco Julius | 04.04.2017, 21:20 Uhr

Die Verantwortlichen der städtischen Kultureinrichtungen machten im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur klar, dass sie personell und finanziell am Limit arbeiten.

Ann-Katrin Meyer vom Kulturbüro der Stadt Delmenhorst hat im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft, Sport und Kultur am gestrigen Abend deutliche Worte für den Zustand des Kleinen Hauses gefunden: „Im Sommer schwitzen uns die Leute weg, im Winter erfrieren sie uns.“ Ihr Plädoyer für die grundlegende Sanierung des „Herzstücks des städtischen Kulturbetriebes“, das energetisch auf dem Stand des Jahres 1980 sei, untermauerten auch Michael Müller, Leiter der städtischen Musikschule, und Fachdienstleiter Uwe Starkbauer, der betonte, das „Kleine Haus hätte längst gemacht werden müssen“. Auch Ratsfrau Antje Beilemann und Uwe Kors vom Seniorenbeirat plädierten dafür, die Sanierung schnell und umfassend anzugehen. Starkbauer will in die Planungsphase alle einbeziehen, die das Haus bespielen.

Korsett zu eng geschnürt

Auf der Tagesordnung standen die Jahresberichte der städtischen Kultureinrichtungen. Für das Kulturbüro, die Musikschule, die Städtische Galerie, die Stadtbücherei und die Museen der Nordwolle, das machten alle Verantwortlichen klar, sei das finanzielle Korsett zu eng geschnürt. Zu wenig finanzielle und personelle Ressourcen, das ist den Einrichtungen gemein. „Wir sind Selbstausbeuter per se“, sagte etwa Galerie-Leiterin Annett Reckert. Es müsse mehr Geld aus dem städtischen Haushalt in die Kultur fließen, „sonst platzt irgendwann die Bombe“.

Die Verantwortlichen sprachen unisono von einem guten bis sehr guten Jahr und erhielten aus Verwaltung und Politik viel anerkennende Worte für ihre Arbeit, die über Delmenhorst hinaus Strahlkraft habe. Das aber nur 1,6 Prozent des städtischen Haushalts in die Kultur fließe, das sei nicht deutlich zu wenig, machte nicht nur Müller klar.