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Klassisches Konzert in Delmenhorst St.-Marien-Chor stimmt auf das Weihnachtsfest ein

Von Dirk Hamm | 04.12.2016, 21:11 Uhr

Der Baustil der katholischen Kirche St. Marien in Delmenhorst ist neogotisch – barock hingegen waren die Klänge, die das Gotteshaus am Sonntagnachmittag erfüllt haben. Denn Werke von Johann Sebastian Bach, dem Meisterkomponisten des Barock, bildeten den Hauptteil des diesjährige Adventskonzerts mit dem St.-Marien-Chor.

Rund 200 Zuschauer lauschten den Darbietungen des rund 35-köpfigen gemischten Chores, der unter der Gesamtleitung von Kantor Udo Honnigfort vom Regionalorchester begleitet wurde. „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, mit dieser Kantate Bachs eröffneten Sänger und Instrumentalisten das Konzert.

Die Kantate ist für den 27. Sonntag nach Trinitatis, mithin das Ende des Kirchenjahres komponiert worden und wird mit Text und Melodie traditionell dem Advent zugeordnet. Zwischen die drei Strophen ist jeweils ein Rezitativ und Duett gestellt. Besonders eindrucksvoll in seiner mystischen Intensität entfaltet sich dabei der Dialog zwischen Jesus und der gläubigen Seele. Diesen Part meisterten die Sopranistin Anna Tertajan und Bass Ralf Mühlbrandt als Solisten in den beiden Duett-Arien souverän. Kraftvoll hob danach der Schlusssatz an, „Gloria sei dir gesungen“.

Trompeten-Konzert zwischen Werken von Bach

Auch der Mittelteil des Programms war der Musik des Barock gewidmet, Trompeter Thomas Gerlach interpretierte das „Konzert in D-Dur“ des italienischen Komponisten Giuseppe Tartini.

Dann folgte ein Klassiker der Adventszeit, Bachs „Weihnachtsoratorium“. Das Publikum kam in den Genuss von Auszügen aus den Teilen IV bis VI des populärsten Oratoriums des Meisters. Auch in diesem Abschnitt kamen neben dem St.-Marien-Chor die beiden Solisten zum Zuge, außerdem Anja Lauckner als Solistin an der Oboe.

Oratorium mit Frage und Antwort in Echo-Arie

Unter anderem wurde die Echo-Arie „Flößt mein Heiland“ für das Programm ausgewählt, bei der Echosopran Annika Ritzrau mitwirkte. Diese sehr kontemplative zentrale Arie in Teil IV des Oratoriums bekräftigt, dass der Name des Heilands nicht den geringsten Schrecken einflößen kann. Die bangen Fragen des Gläubigen werden durch den Zuspruch Jesu im Echo beantwortet.

So bot das Konzert eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich mit ebenso besinnlichen wie hoffnungsfroh stimmenden Werken auf das nahende Weihnachtsfest einzustimmen.