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Klavierkonzert im Kleinen Haus Meister am Flügel bietet Klassik-Hochgenuss

Von Dirk Hamm | 18.04.2016, 20:53 Uhr

Klavierwerke von Franz Schubert und Frédéric Chopin haben im Kleinen Haus auf dem Programm gestanden. Pianist Da Sol Kim lieferte eine beeindruckende Vorstellung.

Frédéric Chopin und Franz Schubert sind zwei große Namen der Klavierliteratur des 19. Jahrhunderts. Am Sonntagabend kamen rund 300 Zuschauer im Kleinen Haus in den Genuss eines Klavierabends, der diesen beiden Komponisten gewidmet war. Der Südkoreaner Da Sol Kim, eine der aufstrebenden Piano-Begabungen in der klassischen Musik, begeisterte das Publikum mit seinen von hoher Intensität geprägten Darbietungen.

Meisterhaftes Spiel von Ernst bis Exzess

Im ersten Teil des Konzerts interpretierte Da Sol Kim Franz Schuberts Sonate A-Dur, Deutsch-Verzeichnis 959. Es handelt sich um eines der letzten Werke des Österreichers, entstanden in seinen letzten Lebensmonaten im Jahr 1828. Wie seine übrigen Klaviersonaten wurden die Werke von den Zeitgenossen als „vernachlässigbar“ betrachtet. Da Sol Kims meisterhaftes Spiel brachte den Ernst und die Heiterkeit, ja stellenweise den Exzess, die alle in den Sätzen der Sonate angelegt sind, zum Ausdruck. Der Künstler zeigte so auf, dass diese heute mit gutem Recht zu Schuberts wichtigsten Kompositionen gezählt wird.

Balladen Chopins im zweiten Teil des Konzerts

„Virtuos“, „fantastisch“, „unglaublich“ – die Meinung in den Pausengesprächen im Foyer des Kleinen Hauses fiel einhellig aus. Auch der zweite Teil erwies sich als Hochgenuss. Hier spielte der Pianist die vier Balladen Chopins, veröffentlicht in den Jahren 1836 bis 1843: Nr. 1 g-Moll, op. 23, Nr. 2 F-Dur, op. 38, Nr. 3 As-Dur, op. 47 und Nr. 4 f-Moll, op. 52.

Souverän meisterte der Südkoreaner auch die schwierigsten Passagen. Am Ende spendete das Publikum minutenlangen, stürmischen Beifall, und „Bravo“-Rufe waren zu vernehmen. Da Sol Kim revanchierte sich mit einer Zugabe.

Klavierspielen mit Kinderstücken selbst beigebracht

1989 im südkoreanischen Pusan geboren, trat der Musiker seit 2006 bei vielen internationalen Wettbewerben als Preisträger hervor. 2009 gab er sein Debüt als Solist. Erstes Klavierspielen hatte sich Da Sol Kim durch Abhören und Nachspielen von Bartóks Kinderstücken selbst beigebracht. Den Reaktionen des Delmenhorster Publikums nach zu urteilen, ist der Virtuose auch künftig ein gern gesehener Gast.