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Kleines Haus Ohnsorg Theater unterhält mit Lustspiel in Delmenhorst

Von Marco Julius | 05.03.2016, 18:20 Uhr

Vor vollem Haus hat das Ohnsorg Theater das plattdeutsche Lustspiel „Wenn de Katt ut ‘n Huus is“ aufgeführt. Für das frivole Stück gab es reichlich Applaus.

Delmenhorst. Wenn das Ohnsorg Theater von Hamburg an der Elbe aus auf Tournee geht, dann sind volle Häuser garantiert. Das war auch im Kleinen Haus so, als am Freitagabend „Wenn de Katt ut ‘n Huus is“ auf dem Programm stand. Vorweg: Das Lustspiel bot alles, was man vom Ohnsorg Theater erwarten darf. Leichte Unterhaltung mit dem Gespür fürs richtige Timing, den Spaß an der plattdeutschen Sprache, eine Story mit reichlich Kuddelmuddel, viel Tür-auf-Tür-zu-Tür-auf und ein paar lustige Regieeinfälle.

Pantoffelheld Schorsch

Zur Geschichte: Schorsch, der Pantoffelheld in Adiletten (gespielt von Erkki Hopf), weigert sich nach 25 Jahren Ehe mit seiner Frau Milda (Sandra Keck), Fan der Royals aus England, in die zweiten Flitterwochen nach Brighton zu fliegen. Der Sexmuffel hat auch sonst wenig Lust, zu sagen hat er aber noch weniger. Ausgerechnet in dieser Situation schneit Mildas Schwester Edda (Beate Kiupel) herein, die sich just von ihrem Ehemann, dem Schürzenjäger und „olen Dreckschwien“ Hubert (Till Huster) getrennt hat. Der schaut nämlich nicht nur nach jedem Rock, er greift auch danach, besonders wenn ihn Schörlie (Tanja Rübcke), seine vollbusige Sekretärin, trägt. Kurzerhand nimmt die zu kurz gekommene Milda ihre Schwester mit auf die Reise, Hubert wittert die Gelegenheit – und schwupps landen Hubert, Schörlie und ihre langbeinige Freundin Schantall (Kristina Bremer) in der Wohnung von Strohwitwer Schorsch, der Schampus soll fließen, Jane Birkin stöhnt schon begleitend vom Band. Schantall findet Gefallen an Schorsch („Bi so‘n netten Keerl kunn ik mi glattweg vergessen“). Die Hüllen fallen.

Amour fou gerät außer Kontrolle

Bevor es ab in media res geht, tauchen Milda und Edda wieder auf, sie sind gar nicht geflogen, ein Streik. Nun gilt es, die Amour fou aufzuklären, wobei Schorsch auch von außerehelichem Sex gar nix hält. Situationskomik hält die Story am laufen, und auf plattdüütsch klingt alles, was sich dem Themenfeld „Untenrum“ annähert, gar nicht so schlimm. Milda, die frustrierte Ehefrau, steigt am Ende noch mit Schwager Hubert in die Kiste, so kommt der doch noch zum Schuss („Ik bün keen Kostverächter“). Und Schorsch, der mal wieder nich en beten merkt – hat seine Ruhe („Ik bün villicht nich so intresseert dor an as anner Lüüd“).

Viel Applaus nach dem letzten Vorhang

Das Publikum im Kleinen Haus spendete am Ende des Vierakters reichlich Applaus für einen vergnüglichen und mitunter frivolen Abend, an dem man den Kopf einmal nicht sonderlich anstrengen musste.