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Klinikum Delmenhorst Marburger Bund legt Basis für Lösungsplan vor

Von Marco Julius | 28.10.2015, 19:06 Uhr

Mit einem Lösungsvorschlag meldet sich der Marburger Bund zu Wort. Man wolle auf dieser Basis „auf Augenhöhe zusammenarbeiten“.

„Die Basis für einen neuen Zukunftssicherungsvertrag (ZuSi) am Klinikum Delmenhorst“ hat der Marburger Bund Niedersachsen jetzt nach eigener Aussage geschaffen. Landesvorstand und organisierte Klinik-Mitglieder legen, so teilt der Bund mit, damit „die Grundlage für einen Lösungsplan“. Aus den Ergebnissen der Sondierungsverhandlungen mit Geschäftsführung und Aufsichtsratsvorsitzendem ist ein Eckpunkte-Papier hervorgegangen, das Ausgangspunkt für die Verhandlungen zu einem neuen ZuSi sein soll. Dieses schreibt dabei die Aufgaben für alle Beteiligten fest.

Die Stadt Delmenhorst und die Stiftung St. Josef-Stift Delmenhorst wollen ihre Krankenhäuser wie berichtet in eine gemeinsame Holding einbringen. „Dieser Vorgang ist durch die Vermischung der staatlichen und der kirchlichen Rechtswelt in komplizierten Verträgen geregelt“, erläutert Hans Martin Wollenberg, Erster Landesvorsitzender des Marburger Bundes Niedersachsen. „Leider wurden dabei für die Mitarbeitenden wichtige Aspekte teilweise ‚vergessen‘“, kritisiert er. „Die Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer sind nicht an der neuen Realität ausgerichtet.“ Wollenberg fürchtet: „Das neue Gebilde ist damit massiv in seiner Zukunftsfähigkeit gefährdet.“

Marburger Bund: Geburtsfehler beseitigen

Ein neuer Zukunftssicherungsvertrag sei mit dem Marburger Bund nur möglich, „wenn diese Geburtsfehler beseitigt werden“. Dazu sei die Mitarbeit aller Beteiligten, insbesondere der Eigentümer notwendig. Der Lösungsvorschlag des Marburger Bundes soll nun allen die notwendige Zeit verschaffen, ihre Aufgaben zu bearbeiten. „Trotz des Missmanagements der letzten zwei Jahre ist die Bereitschaft der Ärzte zu einem neuerlichen hohen Lohnverzicht vorhanden“, macht Wollenberg deutlich. „Sie steht unter der Bedingung, dass dieses Mal in eine wirklich nachhaltige Zukunft investiert wird“, macht er klar.

Finger in Wunden gelegt

„Der Marburger Bund hat seine Finger tief in die Wunden gelegt. Das ist meist unangenehm und störend für das Gegenüber. Die Motivation sind nicht Muskelspiele und Tarifpolitik, sondern die konstruktive Einbringung für eine nachhaltige Zukunft der Patientenversorgung in Delmenhorst“, betont Matthias Schloz, Zweiter Vorsitzender des Landesverbandes. „Der Marburger Bund steht für eine konstruktive Zusammenarbeit auf Augenhöhe und gegen ein neues ‚Schnell-Schnell‘ zu Lasten der Arbeitnehmer und ohne nachhaltige Zukunft. Es liegt jetzt an Eigentümer und Geschäftsführung, die ausgestreckte Hand der Mitarbeiter anzunehmen“, sagt Schloz.

Am Klinikum Delmenhorst verzichten die Mitarbeiter bereits aufgrund des bestehenden ZuSis noch bis Ende 2015 auf Gehalt. Dennoch sei eine drohende Zahlungsunfähigkeit des Krankenhauses noch immer nicht vom Tisch, sagt der Marburger Bund.