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Knappe Reserven beim DRK In der Delmenhorster Markthalle fließt wieder Blut

Von Sascha Sebastian Rühl, Sascha Sebastian Rühl | 09.07.2018, 11:12 Uhr

Selten sind Blutkonserven so knapp wie im Moment. In Delmenhorst wird viel dafür getan, dass nicht am Ende jemand leer ausgeht. Heute kann in der Markthalle noch gespendet werden.

Ein Brötchen nach dem anderen wird belegt. Die fünf Favoriten Hackepeter, Lachs, Ei, Hackepeter und Nutella mit Smarties für die Kinder werden reihenweise geschmiert und belegt. Der frische Duft von Kräutern, der aus dem Gastro-Raum der Martkhalle dringt, lenkt von einem ab: Es geht um Leben und Tod. „Da wo es einen guten Imbiss gibt, ist auch die Motivation zur Blutspende höher“, weiß Andreas Mohrmann, der sich für das Rote Kreuz als Gebietsreferent um rund 460 Blutspende-Veranstaltungen kümmert. Und die Spenden werden gebraucht, um Leben zu retten.

Kein Puffer mehr für Notfälle

Eine Blutkonserve hält bis zu 49 Tage, teilt Markus Baulke, Sprecher des DRK-Blutspendedienstes, mit. „Wir versuchen immer, mit erhöhtem Bestand in den Sommer zu gehen, weil an heißen Tagen die Bereitschaft zur Spende geringer ist.“ Doch der besonders warme Frühling und eine Grippewelle im Frühjahr hätten dafür gesorgt, dass es jetzt keinen Puffer mehr gibt. „Es hat uns diesmal voll reingerissen.“ Eine groß angelegte Werbeaktion habe nun dafür gesorgt, dass nun genausoviele spendeten, wie gebraucht würden. „Aber so können wir den Lagerbestand nicht auffüllen. Wir sind an der untersten Versorgungskante.“

Markthalle beliebter Spendenort

In Delmenhorst wird unterdessen alles dafür getan, um gegen den Mangel anzukämpfen. Auch die Delmenhorster Wirtschaftsförderungsgesellschaft beteiligt sich, indem sie die Markthalle zur Verfügung stellt. „Es ist wichtig, wie die Spender betreut werden und wie das Ambiente ist. Da ist solch eine Lokalität absolut spitzenmäßig“, schwärmt Markus Baulke, während überall um ihn herum am Montag die letzten Vorbereitungen zur Blutspende getroffen wurden.

Spender immer zufrieden

Die Leute sind hier immer begeistert“, weiß Ingo Hammer, der die zehn Ehrenamtlichen, die für die Bewirtung sorgen, koordiniert. In Delmenhorst stabilisiere sich die Lage langsam. „Am 4. Juli war endlich richtig was los. Am Schulzentrum Süd waren 124 Spender.“ Eine ähnliche Zahl wurde auch am Montag erwartet, pro Spender werden zwei Brötchenhälften gerechnet. Macht über 50 Brötchen, die jede der Damen an diesem Tag mit Liebe aufschneidet, schmiert und belegt. Vielleicht auch mehr. „Das Wetter ist gut: bedeckt und nicht zu warm.“ Ideales Blutspendewetter also. „Es sollte gut laufen“, glaubt Andreas Mohrmann. Doch Ingo Hammer weiß: „Da steckt man nicht drin.“

Bereitschaft gut

Doch die Leute kommen, nur wenige Minuten nach dem Start bildet sich eine Schlange vor dem Untersuchungszimmer. „Blutspenden ist eine ganz einfache Sache und man kann vielen Menschen helfen“, sagt die Delmenhorsterin Enne Petersen, während ihr Blut im Konservenbeutel landet. Die Blutabnahme macht der 65-jährigen Rentnerin nichts aus: „Ich kann danach sogar shoppen gehen.“ Wichtig ist ihr vor allem zu helfen. So geht es auch Lisa-Marie Baumgart. „Ich würde auch ohne Essen spenden“, erklärt die 19-Jährige. Die angehende Auszubildende ist zum zweiten Mal da – und sie will wiederkommen. Solange sie bei der Blutabnahme nicht hinsehe, mache es ihr auch nichts aus, berichtet sie. Anders geht es ihrer Begleitung, die Angst vor Nadeln hat.

Zehn Prozent Erstspender

„Wir haben meistens einen Erstspenderanteil von zehn Prozent. Das ist ganz ordentlich, aber leider kommen viele nicht so regelmäßig wieder wie unsere Stammspender“, erklärt Gebietsreferent Andreas Mohrmann. Bereits zum 47. Mal dabei und eine klare Stammspenderin ist Insa Liebner. Sie hat mit 18 Jahren angefangen, Blut zu spenden. Die 50-Jährige legt Wert auf das Essensangebot. Aber nicht nur das: „Mir gefällt die Atmosphäre hier in der Markthalle gut“, sagt Liebner. Und sie ist sich sicher: „Ich komme wieder.“ Auch schon zum vierten Mal dabei ist die 19-jährige Amelie Hartmann, „weil ich damit jemandem helfen kann“.

Auch am Dienstag vor Ort

Auch am Dienstag kann von 15.30 bis 20 Uhr in der Markthalle Blut gespendet werden. Spenden darf jeder, der gesund und 18 Jahre alt ist, im Anschluss wartet ein Imbiss mit warmen und kalten Speisen. Die nächste Möglichkeit ist am Dienstag, 17. Juli, in Bielefeld‘s Bürgerstuben, Bürgerkampsweg 26 von 15.30 bis 20 Uhr – sogar mit Schnitzelbuffet.