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Kommentar Kneipensterben: Auch Traditionslokale können sich verjüngen

Meinung – Vincent Buß | 08.02.2019, 19:40 Uhr

Die Jugend kommt ja nicht mehr. Diesen Satz lassen alteingesessene Kneipengänger immer wieder fallen. Doch Nachwuchs kann durchaus angeworben werden. Ein Kommentar.

Tatsächlich fällt gerade in den traditionellen Lokalen auf, dass kaum ein Gast unter 40 – geschweige denn unter 30 – ist. Das mag mehrere Gründe haben.

Nur in der Kneipe zu sitzen, ist manchen vielleicht zu langweilig – sie wollen tanzen gehen. Und das Vortrinken ist einfach günstiger zuhause als an der Theke. Außerdem bricht man oft erst so spät auf, dass der Zapfhahn bald schon zugedreht wird. Vielleicht sind Shisha-Bars die neuen Kneipen? Was dazu kommen könnte: Junge Leute kennen die alten Lokale gar nicht.

Dieses Problem wird insbesondere in Uni-Städten durch Kneipen-Touren gelöst. Zwar ist Delmenhorst keine solche, doch genügend junge Leute für einen „Pub Crawl“ gibt es sicher auch hier.

Die Stammgäste müssen allerdings offen für neues Publikum sein. Und dieses muss sich im „zweiten Wohnzimmer“ der Älteren zu benehmen wissen. Nicht, dass es wie in Berlin heißt: „Die Hipster vereinnahmen unsere Eck-Kneipen.“