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Kolumne Quergedacht: Der absolute Hammer

Eine Kolumne von Marco Julius | 24.04.2019, 11:23 Uhr

In der neuen Folge unserer hammerharten Kolumne geht es um Hammer, Schrauben und eine besondere Mutter.

Es gibt Statistiken, die hauen einen um, sie sind, wie man so sagt, der Hammer. Die hier zum Beispiel: In 94 Prozent der deutschen Haushalte gibt es einen. Also einen Hammer. Nun heißt es zwar, dass die Axt im Haus den Zimmermann erspare, über den Hammer aber weiß man lediglich, was schon Mark Twain bemerkte: „Wenn Dein einziges Werkzeug ein Hammer ist, wirst Du jedes Problem als Nagel betrachten.“ Wenn man dann noch weiß, das laut Statistik 92 Prozent der Haushalte einen Vorrat an Schrauben und Muttern haben, wird einem Twains Rat klarer. Eine gute Mutter zu haben, ist ja das Beste, was einem passieren kann – lieben Gruß an dieser Stelle, Mama! – wer aber Schrauben und Muttern hortet, der kommt alle in mit dem Hammer nicht weit. Sicher aber ist: Im Leben ist es immer besser, Hammer statt Amboss zu sein.

Glückes Schmied

Doch wir kommen vom Thema ab. Wenn also rein rechnerisch fast jeder Haushalt einen Hammer besitzt, was hat das zu bedeuten? Dass es nur in der Stadt Hamm noch mehr Hammer gibt, weil jeder einer ist und fast alle einen haben? Dass wir doch noch wissen, wo der Hammer hängt? Dass bald alles unter den Hammer kommt? Dass wir immer noch daran glauben, dass jeder seines eigenen Glückes Schmied ist? Das sagt doch nur noch der Lindner von der FDP. Und selbst der will andere zu ihrem Glück zwingen.

If I had a hammer

Doch wo bleibt das Positive? Denken wir an einen, der gar keinen Hammer hatte. An die Folk-Legende Pete Seeger zum Beispiel, der vor 70 Jahren das schöne Lied „If I had a hammer“ schrieb. Wenn er nur einen Hammer hätte, sang er, so schlüge er damit die Glocke der Freiheit. Viel Schöneres lässt sich mit einem Hammer nicht machen.