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Kolumne Quergedacht: Unter falscher Flagge auf dem falschen Dampfer

Eine Kolumne von Marco Julius | 29.05.2019, 11:23 Uhr

In unserer kleinen Kolumne, die nie das Ende der Fahnenstange erreicht, geht es heute um Verona Pooth, Flaggen und den Vatertag

Im Leben werden ja immer wieder Dinge verwechselt. Mein und Dein zum Beispiel. Sex und Liebe. Stalagmiten und Stalaktiten. Schaumwein und Champagner. Oder Saibling und Seitling. Aber Butter bei die Pilze: So ist das nun einmal. Und Königin der Verwechslungen ist noch immer das Privatfernseh-Geschöpf Verona Pooth. Sie hat, daran sei an dieser Stelle erinnert, einmal festgestellt: „Wenn ich dem und den verwechsle, wem stört‘s?“ Nun hat es die Pooth, die auch den Werbespruch „Da werden Sie geholfen!“ ein für alle Mal im deutschen Sprachschatz verankert hat, wieder getan. Sie hat etwas verwechselt. Und das auf dem weiten Feld der Vexillologie, der Lehre vom Fahnen- und Flaggenwesen.

Die Schweiz Südamerikas

„Ich freue mich auf die wunderschöne Schweiz“, schrieb also die Werbe-Ikone auf Instagram und postete dazu ein Bildchen mit Rollkoffer – und der rot-weißen Flagge Dänemarks. Kann ja mal vorpommern. Oft wird auch die deutsche Fahne mit der belgischen verwechselt, manchmal sogar bei offiziellen Anlässen. Hätte die Pooth zur Flagge Uruguays gegriffen: kein Problem. Das Land wird wegen seiner hohen Berge die Schweiz Südamerikas genannt. Nun wollen wir nicht gleich mit fliegenden Fahnen zu denen überlaufen, die ob der Pooth’schen Fehlleistungen von Dummheit sprechen. Vielleicht ist die Werbe-Frau einfach clever genug, sich immer wieder selbst zu promoten. Wem stört‘s? Möchte man da „Mir!“ rufen? Nee. Unsereiner arbeitet jetzt eh an der eigenen Fahne. Vater- und Brückentag machen es möglich. Wohl bekomms!