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Kolumne Quergedacht: Vaterfreuden mit 78

Eine Kolumne von Marco Julius | 23.01.2019, 10:23 Uhr

In der heutigen Folge unserer launigen wöchentlichen Kolumne geht es um späte Vaterfreuden und Hörfehler.

Gibt es eigentlich das perfekte Alter, um Vater zu werden? Diese Frage hat schon viele umgetrieben. Ob sie Jack White für sich beantwortet hat, ist nicht bekannt. Er wird nun im zarten Alter von 78 Jahren das sechste Mal Vater. Die jüngeren Leser werden sich nun fragen: Jack White ist 78? Sicher, die Gitarren-, Rock- und Blues-Legende ist stets etwas blass um die Nase. Aber so alt ist er dann doch nicht. Es handelt sich bei dem Mann, der Vaterfreuden entgegensieht, vielmehr um dessen deutschen Namensvetter Jack White. Einst Fußballer, noch erfolgreicher aber als Musikproduzent in der Schlagerbranche. Der werdende Vater heißt mit bürgerlichem Namen Horst Nußbaum. Er stammt aus einer Zeit, als Künstlernamen gern aus dem Farbspektrum kamen. Erinnert sei nur an Roy Black. Oder an Roberto Blanco. Wobei: der hieß wirklich so, obwohl er gar nicht blanco war. Jack „Horst“ White jedenfalls, der unter anderem Evergreens wie „Schöne Maid“ geschrieben hat, wird nicht nur Vater. Er hat auch gleich ein Rollenbild zementiert, wie es zu Hossa-Zeiten üblich war. Wickeln, das teilte Jack White auch all denen mit, die es gar nicht wissen wollten, werde er sein Neugeborenes nicht. Er sei immer der Meinung gewesen, dass die Mutter für das Kind verantwortlich sei, während der Vater dafür zu sorgen habe, dass es allen gut gehe.

Schlichtweg verhört

Da hören wir doch lieber weg – und wenden uns wieder dem amerikanischen Jack White zu. Der wiederum heißt eigentlich John Anthony Gillis, was im Vergleich zu Nußbaum gar nicht so übel klingt. Sein Song „Seven Nation Army“ ist gerade, der Handball-WM sei Dank, wieder allen im Ohr, weil das Publikum das Gitarrenriff so gerne brummt. Der Songtitel geht übrigens auf einer Hörfehler Whites zurück. Er hatte als Kind statt Salvation Army (Heilsarmee) immer Seven Nation Army verstanden. Man wünscht sich, man hätte sich auch beim fidelen Vater Nußbaum schlicht verhört.