Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kommentar Ärzteversorgung in Delmenhorst: Realitätsferne Berechnung

Meinung – Jan Eric Fiedler, Jan Eric Fiedler | 18.02.2016, 21:21 Uhr

Kaum eine Chance für neue Patienten: Bei vielen Augenärzten gibt es einen Aufnahmestopp. Die Bedarfsplanung für die Zahl der niedergelassenen Ärzte in Delmenhorst wirft zahlreiche Fragen auf.

In Delmenhorst wird mit einem Augenarzt für knapp 22151 Einwohner gerechnet, während in Bremen und Oldenburg ein Arzt für 13399 Bürger zuständig sein soll. Auch ist Delmenhorst in der Planung mit dem Landkreis Diepholz zusammengefasst. Sprich: Ein Augenarzt, der 90 Kilometer von Delmenhorst entfernt am Dümmer praktiziert, erhöht den Versorgungsgrad in Delmenhorst.

Hinzu kommt natürlich, dass die Zahl der zugelassenen Augenärzte seit 26 Jahren unverändert ist. Eine Anpassung an die medizinische Entwicklung hat nie stattgefunden. Zudem spiegelt sich auch der demografische Wandel in der Berechnung nicht wider.

Wenn das Problem der Aufnahmestopps in den Praxen behoben werden soll, gibt es also nur ein Rezept: Es muss eine neue, an den aktuellen Entwicklungen orientierte Bedarfsplanung her. Denn die neue Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigung sorgt zwar dafür, dass schneller Termine vergeben werden können. Dies bekämpft jedoch lediglich die Symptome, nicht aber die Ursache: Die falsche Planung.