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Kommentar Anklage gegen JHD-Personal: Freistellung ist unerlässlich

Meinung – Michael Korn | 28.11.2016, 20:49 Uhr

Totschlag durch Unterlassen – diesem ungeheuerlichen Vorwurf der Staatsanwaltschaft sehen sich die betreffenden Beschuldigten des Josef Hospitals ausgesetzt. Eine Freistellung ist unerlässlich. Ein Kommentar.

Sie sollen ihren Ex-Kollegen und Massenmörder Niels H. nicht bei seinen grauenvollen Taten gestoppt haben – und somit nicht das wichtigste geschützt haben, was ihnen anvertraut ist: Das Wohl von kranken, teilweise hilflosen Menschen. Ein Kommentar.

Erst recht in einem kirchlich geführten Krankenhaus wie dem JHD müssen besonders strenge Maßstäbe hinsichtlich Vertrauen und Verantwortung gegenüber dem Nächsten gelten. Selbstverständlich muss die Unschuld der Betroffenen vermutet werden, solange kein anderslautendes Urteil gesprochen wurde. Gleichwohl ist die vom JHD bislang abgelehnte Freistellung vom Dienst unerlässlich – zum Schutz der Mitarbeiter und zum Schutz des Hauses, aber auch aus Rücksichtnahme auf die Opfer und deren Angehörigen.

Eine solche Suspendierung ist wie beispielsweise im geltenden Beamtenrecht schon bei noch laufenden Ermittlungen keine Vorverurteilung, sondern dient allein der Aufklärung des Sachverhaltes. Im vorliegenden Fall ist der Status der Untersuchungen sogar bereits abgeschlossen – die Verantwortlichen sehen sich mit einer Anklage konfrontiert!