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Kommentar Baumfällungen auf Großer Höhe: Alles andere als geschickt

Meinung – Frederik Grabbe | 18.07.2017, 20:53 Uhr

Der Zeitpunkt der Rodung von rund einem Hektar Wald auf der Großen Höhe hat scharfe Kritik hervorgerufen. Dieser Aufschrei hätte leicht vermieden werden können. Ein Kommentar.

Wenig geschickt. Dies dürfte die Beschreibung sein, die noch am mildesten bezeichnet, wie die dwfg auf der Großen Höhe vorgegangen ist. Auch wenn der Landkreis als aufsichtführende Behörde betont, dass die Waldrodung in dem bei Delmenhorstern beliebten Ausflugsgebiet mit rechten Dingen zuging: Man hätte sich denken können, dass der Baumschlag auf einem Hektar Fläche in dieser Stadt nicht ohne Echo bleibt.

Öffentlich geworden war die Rodung in sozialen Netzwerken am Donnerstag vergangener Woche. Das war der 13. Juli. Am 15. Juli endete die Brut- und Setzzeit. Jene Zeit also, in der von vielen Hundehaltern auf weiten Teilen der Großen Höhe verlangt wird, ihre Vierbeiner an die Leine zu nehmen, um die heimische Tierwelt nicht zu gefährden. Zwei Tage vor Ablauf der Frist werden im Auftrag der dwfg hunderte Bäume gefällt und so auch Lebensräume für Tiere geschädigt. Und das alles ohne Information der Öffentlichkeit. Man kann also sagen, dass alles getan worden ist, um maximales Unverständnis zu erlangen.

Dabei hätte man – zusammen mit einem Termin im Herbst – mit einem leicht nachvollziehbaren Grund für die Fällung argumentieren können: Der Schutz von Menschenleben nämlich. Ein Argument, das in der allgemeinen Entrüstung untergeht. Leider.