Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kommentar Delmenhorster Kinderwunschbaum: Leider immer wieder nötig

Meinung – Thomas Breuer | 10.12.2018, 20:43 Uhr

Alle Jahre wieder ein Kinderwunschbaum? Ja, jedenfalls so lange sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in Delmenhorst nicht grundlegend verändert haben.

Alle Jahre wieder ein Kinderwunschbaum? Ja, jedenfalls so lange, wie sich die gesellschaftlichen Verhältnisse in Delmenhorst nicht grundlegend verändert haben. Verhältnisse, die zulassen, dass hier jedes dritte Kind als arm eingestuft werden muss, weil es von staatlichen Transferleistungen lebt.

Frühe Zurücksetzungen

Schon als jüngster Teil der Gesellschaft immer wieder die Zurücksetzung zu erfahren, dass fast alle Wünsche aus der bunten Spielzeugwelt nicht in Erfüllung gehen, ist hart. Nicht nur für die Kinder selbst, sondern auch für diejenigen Eltern, in der Arbeitswelt alles versuchen, sich aber mit Minijob oder Mindestlohn kaum selbst über Wasser halten können.

Verhältnisse belasten Stadt stark

Aus den gesellschaftlichen Ungleichgewichten resultiert eine Kostenlawine an staatlichen Geld-, Beratungs-, psychosozialen und sonstigen Hilfeleistungen, die den städtischen Haushalt immens belastet. Wie gering ist doch dagegen, dank zahlreicher Spender, der städtische Anteil am Kinderwunschbaum. Für ein bisschen vorweihnachtliche Freude, die Normalverdiener als selbstverständlich empfinden.