Ein Angebot der NOZ
Ein Artikel der Redaktion

Kommentar Die Stunde der Diplomaten

Meinung – Thomas Breuer | 29.01.2018, 21:26 Uhr

Der Rat soll am Mittwoch noch einmal über den Nachtragshaushalt abstimmen, der nötig ist, um das Krankenhaus zu übernehmen. Ein Kommentar.

Der Rat hat am Freitag also eine Entscheidung getroffnen, die das Wohl der Kommune gefährdet. Das ist starker Tobak und wirft bei Zynikern schnell die Frage auf, ob das nicht schon öfter der Fall war. Zynismus ist diesmal freilich fehl am Platze. Geht es doch einerseits um die langfristige Krankenhausversorgung und andererseits um kaum zu schulternde Lasten für die Stadt, sollte es bei dieser Entscheidung bleiben.

Hinter den Kulissen agiert seit dem Wochenende die Diplomatie. Wer am Freitag gegen den Nachtragshaushalt war, möge sich doch morgen bitte wenigstens der Stimme enthalten.

Schließlich soll die Politik in der Sitzung auch noch von den Insolvenzverwaltern und dem JHD-Geschäftsführer gründlich informiert werden. Gute Idee, aber warum ist das nicht schon am Freitag geschehen?

Man sieht: Versäumnisse mit unterschiedlichen Verantwortlichkeiten gibt es in der jüngeren Krankenhausgeschichte reichlich. Deshalb dreht sich auch die mögliche neue Abstimmung nicht wirklich um den Nachtragshaushalt, sondern – abseits einiger persönlich gefärbter Nebenkriegsschauplätze – nur um die Frage, ob der Stadt der Betrieb eines Krankenhauses auf Dauer zuzutrauen ist.