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Kommentar Ein trauriges Bild

Meinung – Kai Hasse | 20.12.2018, 20:57 Uhr

Nur sehr knapp hat der Stadtrat Delmenhorst einer Förderung des Iftar-Mahl zum Fastenmonat Ramadan der Mevlana-Gemeinde bestätigt. Offenbar ist nicht jedem klar, dass diese Gemeinde einen Integrations-Beitrag leistet. Ein Kommentar.

Es kann nicht weit her sein mit dem Integrationsgedanken im Stadtrat: Nicht nur, dass Eva Sassen die Bildung einer „Parallelgesellschaft“ in der Mevlana-Gemeinde wittert, sondern auch, dass der Antrag nur so haarscharf angenommen wurde. Ein trauriges Bild.

Möglich, dass Religion und Tradition nicht immer der reinen Lehre des Humanismus, der Freiheit und Gleichheit entsprechen. Das gilt übrigens tendenziell für jede Religion. Rein pragmatisch erfüllen Glaubensgemeinschaften jeder Couleur gerade in Delmenhorst eine Integrationsrolle: Sie fangen Isolation in kleinen Gruppen auf, binden Menschen in das Stadtgeschehen ein, pflegen Traditionen offen, und gelangen so in eine Mittlerrolle zwischen dem Einzelnen – und möglicherweise Fremden – und der Gesamtgesellschaft. Man muss sie einbinden. Dafür kann man sie auch fördern.