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Kommentar Erste Lücken tun sich in Delmenhorster Klinik auf

Meinung – Thomas Breuer | 04.01.2018, 09:06 Uhr

Überraschend ist der Abgang von Leistungsträgern in der aktuellen Krise des Josef-Hospitals Delmenhorst nicht. Ein Kommentar.

Steckt ein Unternehmen in der Krise, sind es oft die Leistungsträger, die von sich aus neue Perspektiven suchen und diese auch finden. Dass viele Krankenhäuser mit einem Fachkräftemangel im Pflegebereich und im Ärztlichen Dienst zu kämpfen haben, hat sich bereits kurz nach Bekanntwerden der schwierigen Situation des Josef-Hospitals gezeigt. Sofort setzte – über persönlichen Ansprache und Stellenanzeigen – aus der ganzen Region das Werben um diejenigen ein, denen vor Ort keiner sagen konnte, wann und wie die JHD-Krise überwunden wird.

Der positive Effekt: Der für die Sanierung notwendige Stellenabbau ist damit zur Hälfte schon vollzogen, die wirtschaftliche Existenz der abwandernden Kräfte wieder gesichert. Die negative Auswirkung: Viele derer, die gegangen sind, haben Lücken hinterlassen, die jetzt sogar mit Honorar- und Leiharbeitskräften gefüllt werden müssen. Es ist also mancher nicht mehr da, den das Krankenhaus lieber behalten hätte.

Wenn die Geschäftsführung nun größtmögliche Transparenz anstrebt, sollte sie auch sagen, wie sie dieses Problem wieder lösen will. Und warum der einzige Chefarzt der urologischen Abteilung abberufen wird, interessiert außer den Mitarbeitern auch die Patienten.