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Kommentar Getötete Frau am Winterweg: Ein soziales Drama

Meinung – Michael Korn | 07.11.2017, 19:16 Uhr

Die Umstände der mutmaßlichen Bluttat auf dem verlassenen Bahngelände im Stadtosten lassen eine menschliche Tragödie und ein soziales Drama vermuten. Ein Kommentar.

Schnell steht bei solchen schrecklichen Übergriffen die Frage im Raum: Wie konnte es soweit kommen? Im konkreten Fall der 51-jährigen Frau aus Polen geht es offenkundig nicht nur um mögliche persönliche Katastrophen und Verwerfungen in einem sozialen Randmilieu. Vorbehaltlich der endgültigen Ermittlungsergebnisse muss das Tötungsdelikt Anlass geben über die Verantwortung der Gesellschaft gegenüber denjenigen nachzudenken, die in ärmlichen und erbärmlichen Verhältnissen hausen.

Frau fiel durch das Betreuungsnetz

Ein Zusammenhang des möglichen Mordfalls mit den erschütternden Wohnzuständen im Getto Wollepark scheint nicht konstruiert. Der (noch tiefere) Fall in die Obdachlosigkeit nach Vertreibung aus der Schrottwohnung macht die schiere Verzweiflung des Opfers deutlich.

Die Polin fiel durch das engmaschig geglaubte Betreuungsnetz. Vor diesem Hintergrund muss intensivst nachgedacht werden: Wie konnte es soweit kommen?