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Kommentar JHD-Chef Breidenbach geht: Lücke wird schwer zu schließen sein

Meinung – Michael Korn | 03.06.2017, 12:46 Uhr

Der Geschäftsführer des Josef-Hospitals Delmenhorst, Thomas Breidenbach, wird die Klinik 2017 verlassen. Dabei konnte erst im März der Rekord-Förderbescheid über 70 Millionen Euro für einen neuen Klinik-Bau in der Stadtmitte präsentiert werden. Die Lücke, die Breidenbach hinterlässt, wird schwer zu schließen sein. Ein Kommentar.

Das Ausscheiden von JHD-Chef Thomas Breidenbach kann einen empfindlichen Rückschlag im Bemühen um eine Neustrukturierung der Gesundheitsversorgung für die Delmenhorster Bürger bedeuten. Der Geschäftsführer des Hospitals hat sich als kluger Manager der Klinik-Fusion sowie vor allem der Standortentwicklung für das neue Krankenhaus in der Innenstadt erwiesen – und das trotz aller Widrigkeiten wie die finanziell angespannte Situation im Klinikum oder die Mitarbeiter-Belastung durch die Högel-Mordserie. Auch der zwischenzeitliche Großbrand im Stift hat dank seiner besonnenen Führungsqualität kaum spürbare Nachteile für die JHD-Pläne bedeutet. Entgegen aller Widerstände hat er weiter für das Projekt in der City gekämpft und so dafür die Grundlagen gelegt, dass Delmenhorst in der Krankenhausplanung des Landes die führende Position in den nächsten Jahren einnimmt. Nicht zuletzt Breidenbach ist es zu verdanken, dass die Stadt mit 70 Millionen Euro für das neue JHD-Mitte den größten Landeszuschuss aller Zeiten erhält.

Ein Nachfolger oder eine Nachfolgerin muss sich zunächst einmal all die ortsspezifischen Erfahrungen, Kompetenzen und Kontakte aneignen, die notwendig sind, um eine solche Mammutinvestition mitten in der Stadt in die richtigen Bahnen zu lenken. Dabei geht es vor allem um die Standortintegration hinsichtlich Verkehr, Nachbarbebauung und innerstädtische Wirtschaft. Es dürfte schwer werden, diese personelle Lücke zu schließen.